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leidenden Heilande, der für uns ſchmerzlich gegeißelt worden; hierauf erſchien ſie bei Hofe um ſo heiterer und fröhlicher, nahm Theil an Feſten und fürſtlichen Gaſtmählern, um keinen Anſtoß zu geben und die Frömmigkeit nicht verhaßt zu machen.
Wahre Frömmigkeit iſt nie abſtoßend; ſie weiß ſich allen billigen Forderungen der Ver⸗ hältniſſe und Stellung anzupaſſen.
Auch im Eſſen und Trinken legte ſich Eliſabeth ſchwere Abtödtungen auf: die von der Kirche vorgeſchriebenen Faſten hielt ſie ſtrenge, faſtete auch an andern Tagen, wenn ſie es unbemerkt thun konnte. War ihr Mann abweſend, ſo beſtand zum öfteren ihre ganze Mahlzeit aus Brod und Waſſer. Selbſt au der Seite ihres Gemahls und bei fürſtlichen Gaſtmählern ſtand ſie nicht ſelten halb hungrig vom Tiſche auf; wohl nahm ſie von den Speiſen, um kein Aufſehen zu erregen, ſchob dann aber hernach den Teller unbemerkt hin⸗ weg, als enthalte er nur Ueberreſte; oft be⸗ ſtand ihre Mahlzeit aus Gemüſe, das ohne Fett, ohne Salz und Gewürze gekocht war. Allerdings wurde die gottſelige Fürſtin wegen dieſes ſtrengen Lebenswandels von den Hof⸗ leuten vielfach getadelt, ſie aber zog es vor, Gott mehr zu gefallen, als den Menſchen.
Wie ſie aus Liebe zu ihrem Heilande, der nackt und mit Dornen gekrönt am Kreuze gehangen, ihre koſtbaren Gewänder, Schmuck⸗ ſachen und Krone ablegte, und ſich nur dann
St. Eliſabeth. 3


