7. St. Gliſabeths Tiebe für Abtödtung und Wohlthätigkeit. Pieſe reinen Freuden ihres ehelichen Glückes waren gleichſam der Morgenthau, mit dem der Himmel die Blume der Seele Eli⸗ ſabeths erfriſchte, damit ſie die Hitze und Laſt kommender Tage ertragen könne. Sie vergaß nicht, daß dieſe Gnade, dieſes Glück an der Seite des geliebten Gatten ſie zu größerer Dankbarkeit und eifrigerer Treue gegen Gott verpflichtete.
Eingedenk der Mahnung des Herrn: „Sammelt euch Schätze, die kein Dieb euch rauben, weder Motten noch Roſt ver⸗ zehren können“, ſuchte ſie ſich reichliche Ver⸗ dienſte für den Himmel zu gewinnen.
Wir haben ſchon geſehen, wie ſie jede Nacht um Mitternacht aufſtand zum Gebete; oft aber übermannte ſie dabei der Schlaf, und die Kammerfrau fand ſie auf den Boden hingeſunken. Stellte man ihr dann vor, es
ſei doch beſſer, im Bette zu ſchlafen, ſo ſagte
ſie:„Es iſt doch immer eine Abtödtung, und der Leib muß lernen, der Seele zu gehorchen.“ — War ſie auch bei manchen Gelegenheiten, wo Sitte und Anſtand es erheiſchten, prächtig
in Sammt und Seide gekleidet, ſo trug ſie
doch immer ein rauhes, härenes Bußgewand auf bloßem Leibe. Alle Freitage und alle Tage der hl. Faſtenzeit ließ ſie ſich auf dem Rücken blutig geißeln, aus Liebe zu dem


