und Armuth zur Welt gekommen, um die Menſchen zu erlöſen. Ludwig ſelbſt war viel zu fromm, um ſich zwiſchen ſie und ihren Heiland zu ſtellen, und ſo brauchte Eliſabeth ihm keine ihrer Bußübungen zu verbergen. Vielmehr ermunterten beide Ehegatten ſich gegenſeitig, auf dem Wege der Vollkommen⸗ heit immer weiter zu ſtreben.
Ihre Liebe zu einander war ſo groß, daß ſie es kaum ertragen konnten, auch nur kurze Zeit von einander getrennt zu ſein. Deshalb ließ Eliſabeth es ſich nicht nehmen, trotz Sturm und Unwetter, Mühen und Be⸗ ſchwerden ihren Gemahl auf ſeinen Reiſen zu begleiten. War dieſe Reiſe allzu weit, ſo legte ſie, ſobald ihr Gatte abgereiſt war, ihren fürſtlichen Schmuck ab, zog Wittwen⸗ kleider an und harrte ſeiner in Gebet, Wachen und Abtödtung. Kehrte er endlich zurück, ſo kleidete ſie ſich mit aller Sorgfalt und ſchmückte ſich ihrem Range gemäß,„nicht aus Eitel⸗ keit und Gefallſucht“— wie ſie ihren Frauen ſagte—,„ſondern aus chriſtlicher Liebe, damit Nichts an mir ihm mißfalle und damit er mich im Herrn liebe, bis Gott, der auf Erden unſern Bund geſegnet, uns Beide dereinſt im ewigen Leben vereinige“.
Während hei weltlich geſinnten Eheleuten
das Herz zwiſchen Gott und dem Gatten
getheilt iſt, führt die in Religion wurzelnde
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gegenſeitige Liebe Sinn und Herz immer höher zu Gott empor.


