Seine Worte waren wahr und treu und Jeder glaubte daran, wie an einen Eidſchwur. Täglich wohnte er der hl. Meſſe bei mit Ehrfurcht und Andacht und ſtärkte ſich hier zur Tugend und treuen Erfüllung ſeiner Standespflichten. Niemals aß er ſtark ge⸗ würzte oder geſalzene Speiſe; Bier oder Wein trank er nur, wenn er krank war. Er war auch ſehr freundlich und barmherzig gegen die Armen, und kam er in eine Stadt, ſo beſuchte er meiſtens zuerſt das Armenhaus, tröſtete die Kranken und theilte ihnen Almoſen aus. Wo immer eine Ungerechtigkeit oder Gewaltthat begangen ward, da handhabte er die Gerechtigkeit unerbittlich zu Gunſten der ſelbſt gegen Grafen oder andere
roßen.
Wer von ſeinen Angehörigen ſich ſünd⸗ hafter Reden, Läſterungen, Zoten oder Ver⸗ leumdungen ſchuldig machte, mußte zur Strafe auf beſtimmte Zeit ein Merkmal der Schande tragen, weil er Gott beleidigt hatte; Belei⸗ digungen aber, die ihm ſelbſt zugefügt wur⸗ den, verzieh er leicht und gern. S ſeine Untergebenen war er wohlwollend und herab⸗ laſſend und nie verletzte er Jemanden durch Stolz oder Härte. Ueberall und allzeit ſorgte er nur für das Wohl ſeines Volkes, und da der Adel mehr oder weniger ſein Beiſpiel nachahmte, ſo mußte der Wohlſtand ſeines Landes in moraliſcher und materieller Hin⸗ ſicht zunehmen. Die Unterthanen gehorchten


