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Sanct Elisabeth : Vorbild und Patronin der deutschen Frauen und Jungfrauen : Lehr- und Gebetbuch als Blumenstrauß und Festesgabe für die christliche Frauenwelt / von J. Kieffer, Priester
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6. Helle Tage.

Die jungen Eheleute gehörten nun einander für immer an und waren ſich gegenſeitig in innigſter Liebe zugethan, mehr noch aus Gottesliebe als aus ſinnlicher Zuneigung. Wie vor ihrer Vermählung nannten ſie ſich auch jetzt nochBruder undSchweſter. Ludwig war aber auch der Liebe Eliſa⸗ beths vollkommen würdig. Alle Geſchichts⸗ ſchreiber der damaligen Zeit ſind einſtimmig in ſeinem Lobe. Seine Geſtalt war voll⸗ kommen ebenmäßig, die blonden Haare um⸗ rahmten ein blühendes Geſicht, ſeine Züge waren fein und edel, ſein Gang und ſeine Haltung vornehm und würdevoll, ſeine Stimme ſanft und der Reiz ſeines Lächelns unwiderſtehlich. Dazu war er keuſch und rein an Leib und Seele, und dieſen Schatz heiliger Rein⸗ heit bewahrte er wie als Jüngling ſo auch als Mann. Obwohl einer der reichſten und mächtigſten Fürſten Deutſchlands, ſich ſelbſt überlaſſen, von Schmeichlern umgeben und von allen möglichen Lockungen und Ver⸗ ſuchungen beſtürmt, wich er nicht im Gering⸗ ſten vom Pfade der Tugend ab.Nicht um ein Königreich wollt' ich mir ſolche Schuld auf die Seele laden! rief er einſt zürnend dem Wolf in Schafspelz entgegen. Leicht⸗ fertige und anzügliche Reden waren ihm ein Greuel.