Tugend iſt ſie mir lieber als alle Schätze der Welt.“ So gereicht Denen, die Gott lieben, Alles zum Guten..
Der Landgraf hielt Wort. Seine Liebe wuchs mit jedem Tage und ſchon im Jahre 1221 fand die Trauung ſtatt, damit den bös⸗ willigen Reden und Einflüſterungen raſch ein Ende gemacht werde. Die junge, lieb⸗ liche Braut wurde nun in goldgeſticktem Ge⸗ wande mit ihrem edlen und keuſchen Bräu⸗ tigam in feierlichem Zuge wie im Triumphe zur Kirche geleitet. Hier wurde ihr Bünd⸗ niß durch das hl. Sacrament geheiligt und beſiegelt. Die Hochzeit ward mit fürſtlicher Pracht gefeiert. Eliſabeth, ſo lange verachtet und verſpottet, ward jetzt mit Glanz und allen Ehren überhäuft. Drei Tage dauerten die Hochzeitsfeierlichkeiten, die alle Vornehmen, Ritter und Edelfrauen des Landes durch ihre Gegenwart erhöhten.
Wer in Thränen ausſäet, wird in Freude ernten.
Es blirken die Engel vom Bimmelrrich
boll Luſt auf zwri Serlen, die ihnen ſo glrich;
Der dreiein'ge Golt ſprichk den Segen
Kuf's bräukliche Paar, das ſo kindlich ihn ehrk,
So früh ſchon in heiligem Sinn ſich bewährk,
So fromm wächſt dem Himmel enigegen.


