Schweſter und ſuchte im Geheimen(aus Rück⸗ ſicht gegen ſeine Mutter) jede Gelegenheit, ſie zu ſchützen und zu tröſten. Kam er von einer Reiſe, ſo brachte er ihr immer Geſchenke mit zum Zeichen, daß er auch in der Ferne ihrer liebevoll gedenke. Das war Balſam für die Wunden Eliſabeths, und ſie fand ſich in dieſem liebevollen Umgange ſehr erleichtert und geſtärkt. Den meiſten Troſt aber fand ſie im Gebet und im Empfange ihres lieben Heilandes in der hl. Communion.
Einmal jedoch hatte Ludwig in Geſell⸗ ſchaft ganz vergeſſen, ihr etwas mitzubringen. Die arme verfolgte und gehetzte Jungfrau glaubte nun, ihr Bräutigam habe doch end⸗ lich ihren Feinden Gehör gegeben, und das letzte Menſchenherz, das ſie noch innig ge⸗ liebt, ſei ihr abwendig gemacht. Das er⸗ füllte ſie mit unſäglichem Schmerz. Endlich klagte ſie ihr Herzeleid dem wackeren Ritter Vargila, der mit ihr aus Ungarn gekommen und deſſen Schutz ihr Vater ſie beim Ab⸗ ſchied noch beſonders anvertraut hatte. Dieſer tröſtete ſie und verſprach, mit Ludwig darüber zu reden. Sobald er aber anfing, Ludwig von den Sorgen ſeiner Braut zu ſprechen, erklärte dieſer begeiſtert:„Mögen Andere von ihr denken und ſagen, was ſie wollen, ſie iſt mir unausſprechlich lieb und theuer, und Nichts auf Erden kommt ihr gleich; ich will ſie und keine Andere zur Gemahlin nehmen, denn wegen ihrer Frömmigkeit und


