Auf jegliche Weiſe ſuchte man auch den Ver⸗ lobten Eliſabeths gegen ſie einzunehmen, ſie bei ihm anzuſchwärzen und um deſſen Liebe zu bringen.
„O heilige Eliſabeth“, ruft hier der fromme P. Martin von Cochem aus,„ich ehre deine gottſelige Jugend und Tugend und traure mit dir wegen deiner Verachtung und Ver⸗ folgung. O hätte ich meine Kinderjahre ſo heilig zugebracht, wie du, und hätte ich alle meine Widerwärtigkeiten ſo geduldig gelitten, wie du die deinigen! Durch deine tugend⸗ hafte Kindheit tilge meine kindliche Bosheit und durch deine ſtarkmüthige Geduld erwirb mir Verzeihung meiner Schuld und Un⸗ geduld.“
War ihr Herz ganz zerriſſen von Krän— kung und Wehmuth, ſo ſuchte die ſtarke Jung⸗ frau zu den Füßen des Kreuzes Troſt, Kraft und Frieden, und Gott belohnte ſie für ihre ihr Gebet und ihre gottergebene
eduld.
Landgraf Ludwig blieb ihr als ſeiner Verlobten unverbrüchlich treu und ſeine Liebe zu ihr ward ſogar von Tag zu Tag größer und inniger trotz der Abmahnungen ſeiner Mutter, der Zuflüſterung falſcher Freunde und der Stimme der Leidenſchaften. Ihre Mildthätigkeit und Frömmigkeit, ihre Ge⸗ duld, ihre Demuth und Beſcheidenheit, die Andere an ihr haßten, erfüllten ihn mit Frende und Bewunderunaz er liebte ſie wie eine


