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Sanct Elisabeth : Vorbild und Patronin der deutschen Frauen und Jungfrauen : Lehr- und Gebetbuch als Blumenstrauß und Festesgabe für die christliche Frauenwelt / von J. Kieffer, Priester
Entstehung
Seite
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beſten zu einer Kammerfrau oder Dienſtmagd. Auch von den Hofbeamten mußte Eliſabeth Schimpf und Spott erdulden. Je mehr ſie ſich durch ſolche Behandlung verletzt fühlte, deſto mehr ſchloß ſie ſich an ihre Lieblinge, die Armen an. Sie ergab ſich ganz in den Willen Gottes und kein Stachel der Bitter⸗ keit, keine Regung der Ungeduld fand in ihrem Herzen Raum; ihr ſchwebte die Verheißung des Herrn vor:Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer iſt das Himmelreich. Wie die Lilie unter den Dornen, ſo wuchs und blühte die unſchuldige Eliſabeth unter dieſen Trübſalen und verbreitete den duften⸗ den Wohlgeruch der Demuth, Sanftmuth und Geduld um ſich her.

Die junge Eiche faßt bei Wind und Sturm immer tiefere Wurzel; ſo wurzelte auch in Eliſabeth bei dieſen Verfolgungen Tugend und Gottesliebe immer tiefer und ſtärker.

Einſt am Feſte Mariä Himmelfahrt be⸗ fahl die Landgräfin ihrer Tochter Agnes und Eliſabeth, ihre ſchönſten Kleider anzulegen und ihre goldenen Kronen aufzuſetzen, um hinab zum Hochamte nach Eiſenach zu fahren. In der Marienkirche daſelbſt angekommen, knieten ſie auf einem Betſtuhle vor einem großen Crucifixe nieder. Kaum aber hatte Eliſabeth das Bild ihres ſterbenden Heilandes erblickt, ſo nahm ſie ihre Krone vom Haupte, legte ſie auf den Betſtuhl und warf ſich vor