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Sanct Elisabeth : Vorbild und Patronin der deutschen Frauen und Jungfrauen : Lehr- und Gebetbuch als Blumenstrauß und Festesgabe für die christliche Frauenwelt / von J. Kieffer, Priester
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Seite
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5. Dornen und Foſen.

Es ſollte jedoch nicht lange dauern, bis der

liebe Gott ſelbſt Opfer von ihr verlangte und ſich nicht mehr mit den freiwilligen be⸗ gnügte. Mit den Jahren wuchs in ihr die himmliſche Flamme göttlicher Liebe; aber ihre große Frömmigkeit, ihre tiefe Demuth, ihre Liebe zu den Armen und viele ihrer andern Tugenden waren nicht ganz nach dem Ge⸗ ſchmacke ihrer Schwiegermutter, der Land⸗ gräfin Sophie, deren Tochter Agnes und anderer Großen des Hofes; Niemand wagte jedoch, ſie zu tadeln oder gar ihr Vorwürfe zu machen, aus Furcht vor dem Landgrafen. Dieſer liebte ſie zärtlich und behandelte ſie wie ſeine eigene Tochter. Aber dieſer fromme Fürſt ſtarb ſchon im Jahre 1216, als Eli⸗ ſabeth kaum neun Jahre zählte, und nun wurde es anders.

Der ſechzehnjährige Prinz Ludwig gelangte zwar zur Regierung, war jedoch wegen ſeiner Jugend allzuſehr abhängig von ſeiner Mutter;

dieſe ließ nun ihrem Mißvergnügen über Eli⸗

ſabeths außergewöhnliche Frömmigkeit freien Lauf, worin ſie von ihrer weltlich geſinnten Tochter Agnes eifrig unterſtützt wurde. Sie machten ſich über das fromme Kind unverholen luſtig, überhäuften es wegen ſeines beſcheidenen, zurückgezogenen Lebens mit den bitterſten Vorwürfen; erklärten, es ſei gar nichts Fürſtliches an ihm und es tauge am