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Sanct Elisabeth : Vorbild und Patronin der deutschen Frauen und Jungfrauen : Lehr- und Gebetbuch als Blumenstrauß und Festesgabe für die christliche Frauenwelt / von J. Kieffer, Priester
Entstehung
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ſeinem heiligen Dienſte bei ihren Geſpielinnen zu wecken. Hüpfte ſie zuweilen ſpielend mit ihnen auf einem Fuße, ſo lenkte ſie alle zur Capelle hin, und fand ſie ſelbe verſchloſſen, ſo küßte ſie andächtig das Schloß, die Thüre und die Mauer aus Ehrfurcht für die Wohn⸗ ſtätte Gottes auf Erden. Gewann ſie bei den Spielen, ſo gab ſie den Gewinn armen Kindern und machte es ihnen dann zur Fflicht, ſo und ſo viele Vater unſer und Ave Maria zu beten.

Oft führte ſie ihre Gefährtinnen auf den Kirchhof und ſagte zu ihnen:Erinnert euch, daß auch wir einſt, vielleicht bald, nur Staub und Aſche ſein werden. Dann ging ſie mit ihnen vor das Beinhaus, zeigte ihnen die nackten Gebeine und die grinſenden Todten⸗ ſchädel und ſprach:Dieſe Menſchen waren lebendig und jung wie wir; auch wir werden einſt todt ſein wie ſie. Darum müſſen wir Gott lieben und ihm treu dienen. Laßt uns niederknieen und betet mit mir: Herr, durch Deinen bitteren Tod und durch Deine liebe Mutter Maria erlöſe dieſe armen Seelen aus ihrer Pein. Herr, durch Deine heiligen fünf Wunden mache uns ſelig.

Eine größere Freude konnte man ihr nicht bereiten, als wenn man ſie neue Gebete lehrte; von Nichts hörte und ſprach ſie lieber, als von Gott, von chriſtlichen Tugenden und von deren ewigem Lohne im Himmel. Schon früh hatte ſie ſch vorgenommen, jeden Tag eine

St. Eliſabeth. 2