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Neues Evangelisches Liegnitzsches Gesangbuch zum öffentlichen und häuslichen Gebrauch nebst einem Anhange von Liedern und Gebeten / gesammelt und hrsg. von den Mitgliedern des Ministeriums beider Kirchen
Entstehung
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VI

nicht einmal in dem sonst so vollständigen und sehr achtungswerthen Breslauschen Gesang- Buche stehen. Außer denen Lieder- Samm­lungen, die in der Vorrede des neuen Breslauer Gesang- Buches erwähnt sind, haben wir besonders dem Schneeberger, Wür­temberg Stuttgardtschen, und Leipziger Freischulen­Gesang- Buch, so wie der Fröbingschen und Fischerschen Sammlung, und den Liedern von Hermes, manche vorzüglich schö­nen Gesänge zu danken, die bisher gewiß in Schlesien wenig be­kannt waren. Die Anlage des ganzen Plans, welcher zur beque­men Uebersicht vorn abgedruckt ist, rührt ganz von uns her.

Es war übrigens hauptsächlich unser Augenmerk, den Geist des Christenthums, wie solcher nach einer richtigen Auslegung, in den neu testamentischen Schriften weht, auch in unserer Lieder­Sammlung einheimisch zu machen; d. h. wir wollten nur die reine, auf Erleuchtung, Besserung und Beruhigung der Menschen ganz ab­zweckende christliche Religionslehre, mit Beisegung aller unfruchtba­ren, spigfindigen und blos spekulativen Vorstellungen, die ohnehin uur todter Buchstabe sind, in diese Sammlung aufnehmen. Dabei sollte die Lehre Christi als ein vernünftiger, Gott anständiger und Menschen beseeligender Volksglaube in einem Gewande erscheinen. worin sie selbst dem Leichtsinnigen Achtung abgewinnen, die Uleber­zeugung des Verstandes beleben, die Gefühle des Herzens erwärmen und gleich stark, sowohl auf die Entschließungen als auf die Hoff­nungen der Christen wirken könnte. Dadurch denken wir die sinkende Achtung und den Werth unserer öffentlichen Andachtsübungen, ohne welche weder innere noch äußere Religion bestehen kann, zu heben, und einen bedeutenden Stein des Anstoßes für denkende und ge= schmakvolle Freunde der kirchlichen Zusammenkünfte aus dem Wege geräumt zu haben.

Insonderheit nahmen wir bei der Bearbeitung unserer Samin­lung, nicht nur auf die mannigfaltigen allgemeinen Pflichten, die das Christenthum vorschreibt, sondern auch auf die persön= lichen Bedürfnisse und Umstände derer Rücksicht, die sich aus diesem Gesang- Buche bei ihrer häuslichen Andacht zu erbauen wün­schen, wodurch es denn unstreitig noch einen einleuchtenden Vorzug mehr vor dem bisherigen gewonnen hat. Denn dieses war nur zu sehr mit allgemeinen Rubriken angefüllt, ohne in die verschie­denen häuslichen Verhältnisse, Lagen und Schicksale der Menschen einzudringen, obschon grade hier die Religion am wohlthätigsten und fruchtbarsten erscheint.

Wir