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Neues Evangelisches Liegnitzsches Gesangbuch zum öffentlichen und häuslichen Gebrauch nebst einem Anhange von Liedern und Gebeten / gesammelt und hrsg. von den Mitgliedern des Ministeriums beider Kirchen
Entstehung
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VII

Wir haben, so weit es in unsern Kräften stand, auch allen­falls durch manche vorgenommenen Veränderungen, dafür gesorgt, daß die Melodien dieser Gesänge, als ein so wesentliches Er­forderniß ihrer Güte und Brauchbarkeit, nicht nur größtentheils be­kannt, sondern auch, so viel als möglich dem Inhalt angemessen sein möchten; weil wir, die wir fast alle Kenner der Tonkunst sind, aus eigner Erfahrung wissen, wie sehr ein noch so schönes Lied ver­liert, wenn die Melodie demselben nicht entspricht, und wie dagegen selbst der Eindruck eines matten Liedes durch die Mitwirkung einer herzerhebenden oder sanften Melodie unglaublich befördert wird. Die angehängten Gebete sind meistens unser eigenes Wert, nur we= nige sind entlehnt. Dem Ganzen ist ein vollständiges Register nach den Nummern der Lieder beigefügt.

Wie nun das hiesige und auswärtige Publikum unsre Arbeit aufnehmen und wie groß ihr heilsamer Erfolg sein werde? das sei Gott und Zukunft überlassen. Wir sind es uns bewußt, daß wir nach allen Kräften das gethan haben, was der gute Zweck und unsre Pflicht von uns forderte! ohne uns von der Meinung be­thören zu lassen, daß unsre Arbeit vollkommen sei. Anch nach uns werden Männer auftreten, die entweder, wie wir jetzt thun, die ältere Sammlung bei Seite legen, oder doch an ihrer Verbesserung arbei ten werden; ein Schicksal, welchem alle menschlichen Werke unter­worfen sind.

Und so übergeben wir denn unsern Gemeinden von Stadt und Land und den Nachkommen derselben dieses neue Hülfsmittel zu ihrer öffentlichen und Haus- Andacht, im vollen Vertrauen zu Gott, er werde auch durch dies Erbauungsbuch das Reich seines Sohnes, dies Reich der Wahrheit und des Glaubens, der Tugend und Heiligkeit unter uns erweitern, die Sache des Christenthums, das so ganz und unleugbar sein Werk ist, fördern und zur Ehre des Stifters desselben, unsers ewig anbetungswürdigen Erlösers, Glaube, Liebe und Hoffnung in den Herzen aller seiner Verehrer immer mehr wecken und beleben, damit in unsern Tempeln und Häusern sein hoher Name gepriesen und sein Lob durch ein neues, ihm aus Einem Geiste und Munde gesungenes Lied verkündiget

werde.

Er selbst aber, der mit seinem Geiste und der Kraft seines Worts unter uns ist, und nach seiner Zusage bis ans Ende der Tage fernerhin sein will, fröne mit seinem allvermögenden Seegen dieses