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Geistliche und liebliche Lieder : welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt ... nebst einigen Gebeten von Johann Porst
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105
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Nachtenbest

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vom Leiden Christi.

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den. Erhoͤr mein Herz, o roße Guͤte, und das zer⸗ nirschete Gemuͤthe.

3. Laß mich nur solche Gnad und Huld wie Mag⸗ dalen erlangen, und die Vergebung meiner Schuld aus deinem Mund empfan⸗ gen. Heiß mich so voller Trosts aufstehen, und gleich wie sie befriedigt gehen.

4. Ich will dich lieben ohne Maaß, und nimmer⸗ mehr verlassen, mit Her⸗ zens⸗Thraͤnen machen naß/ und als ein Kind umfas⸗ sen. Ich will dich lieben, meine Seele; gieb mir nur deiner Wunden Oele.

5. Ihr armen Fuͤße, seid gekuͤßt, die ihr fuͤr mich zerschlagen, die ihr fuͤr meine Thaten buͤßt, und traget meine Plagen. Haͤtt ich doch nie gelebt in Suͤnden, daß ihr nicht duͤrftet dies enpfinden!

6. Verstoßt mich doch nicht, weil mirs leid, weil ich die Schuld bekenne; vergebt, weil ich mich all⸗ bereit von Herzen euer nenne; gebt, daß ich des

Verdiensts genieße, das ihr

erwerbt, ihr heilgen Fuͤße! Johann Angelus.

Mel. O du Liebe meiner Liebe.

1 2 4 Ueränderli⸗

*Uches Wesen, unbegreiflich hoͤchstes Gut, von dem Vater auserlesen, daß du seines Zornes Glut und erweckten Grim̃ solltst stillen durch dein Gottes⸗ blut so roth, und erfuͤllen

seinen Willen im Gehor⸗ sam bis zum Tod.

2. Ich verehre deine Liebe, unbeflecktes Gottes⸗ lamm, die durch ihre Feuer⸗ triebe dich gebracht ans Kreuzes⸗Stamm. Ach daß ich doch konnt durchschauen dein von Lieb durchgluͤhtes Herz, und im glaͤubigen Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz.

3. Zwar kann ich mich werth nicht schaͤtzen, daß in meiner Sꝛelenyein ich an dir mich soll ergͤͤtzen, ein so armes Wuͤrmelein; doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betruͤbten Suͤnder Freund, pflegst den freundlich anzulachen, der mitPetro klaͤglich weint.

4. Drum sieh nicht auf meine Wuͤrde, Lamm, das aller Wuͤrde werth. Schau hingegen auf die Buͤrde, die den matten Geist be⸗ schwert. Weißt du doch, wie dem zu Muthe, welchen druͤckt der Suͤnden Last, weil du selbst im Schwiß und Blute dieses Joch ge⸗ tragen hast.

5. O wie hat es dich kent, Puon Herzenslaͤmm⸗

ein, frommes Schaf. Du bist drunter tief gebuͤcket gangen; aller Jammer traf deiner Menschheit zarte Glieder; unsre Schmach hat dich gehoͤhnt; aber so hast du uns wieder niut dem Vater ausgesoͤhnt.

6. Laß mich diese Freund⸗ schaft schmecken, so auf ewig fest gestellt; laß dein Bluͤt die Schuld bedecken,

5* das