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Geistliche und liebliche Lieder : welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt ... nebst einigen Gebeten von Johann Porst
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AIISIIII

vom Leiden Christi.

mein hoͤchstes Gut/ und leg es hin, wo dein Herz ruht/ da ists wohl aufgehoben; da gehts mit dir gleich als zum Tanz, da lobt es dei⸗ nes Hauses Glanz, und kanns doch nicht gnug lo⸗ ben. Hier setzt sichs, hier gefaͤllts ihm wohl, hier freut sichs, daß es bleiben soll. Erfuͤll, HErr, meinen Willen, und weil mein Herz dein Herze liebt, so laß auch, wie dein Recht es giebt, dein Herz mein Herze stillen. Paul Gerbard.

Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 46 JEsu Chri⸗ 107. O ste, GOttes Lamm, mein theurer See⸗ len⸗Braͤutigam, der du fuͤr mich gelitten, der du des Leidens schwere Last an meiner Statt getragen hast und mit dem Tod gestrit⸗ ten: gieb mir an dir doch jetzunder deine Wunder an⸗ zusehen, und im Geiste zu

verstehen.

2. Es rauschet uͤber dich mit Macht die ganze Schaar der Hoͤllennacht; das Reich der Finsternissen geußt sei⸗ nen graͤusen Zorn und Grimm aus uͤber dich mit Ungestuͤm, du mußt anjetzo buͤßen. Was du, IEsu, nicht verbrochen, wird ge⸗ rochen, du mußt tragen aller Menschen Schmach und Plagen.

3. Der grimme Tod mit seiner Macht ist gaͤnzlich wider dich erwacht, mit dem mußt du jetzt ringen.

O bittrer Zorn, sehr schwer und heiß, dafuͤr die Tro⸗ pfen Blut wie Schweiß aus durch die Adern drin⸗ gen. Ach wie druͤckt die Suͤndennienge dich so stren⸗ ge, daß du liegest, und dich wie ein Wuͤrmlein biegest. I. Du wirst von der Gottlosen Rott in deiner innern Seelennoth auch dußerlich gefangen; man kommt zu dir mit starker Macht als einem Moͤrder in der Nacht mit Spießen und mit Stangen. Keine eine Schuld der Suͤnden kann man finden, noch an⸗ sagen, und doch wirst du hart geschlagen.

5. Du traͤgest Schlaͤge,

Hohn und Spott, Verach⸗ 7 Schmach und Spei⸗ chelkoth, du bist gleichwie ein Ballen, den man bald wirft, bald stoͤßt, bald schlaͤgt, bald hin bald wie⸗ der her bewegt, bald laͤßt zur Erden fallen. Wie ein Wurmlein auf den Stra⸗ ßen mußt du lassen auf dich stehen, uͤber dich mit Fuͤßen gehen. 6. Du wirst Zar ernst⸗ lich angeklagt, und was ein Luͤgenmaul aussagt falsch wider dich, muß gel⸗ ten; die Luͤgen, die sie selbst erdacht, hat man auf dich ohn Ursach bracht, daß sie dich koͤnnten schelten. Luͤgen, Truͤgen thut das Beste, weil man feste haͤlt zusammen, dich zum Tode zu verdammen.

7. Was dir weh thut, versaͤumt man nicht, man

spei⸗

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