8⁴ voam Leiden Christi.
Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornen⸗Kron, o Haupt, sonst schon gezieret mit hoͤchster Ehr und Zier, jetzt aber hoͤchst-schimpfieret: Gegruͤßet seist du mir!
2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltge⸗ wichte, wie bist du so be⸗
speit? Wie bist du so er⸗ bleichet? Wer hat dein
Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schaͤndlich zugericht?
3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lip⸗ ven Pracht ist hin und ganz vergangen; des blas⸗ sen Todes Macht hat al⸗ les hingenommen, hat al⸗ les hingerafft, und daher bist du kommen von dei⸗ nes Leibes Kraft.
4. Nun, was du, HErr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst ver⸗ schuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn ver⸗ dienet hat: gieb mir, o mein Erbar ner, den An⸗ blick deiner Gnad.
5. Erkenne mich, mein Huͤter, mein Hirte, nimm mich an; von dir, Quell aller Guͤter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch
gehen, wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haup⸗ wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meiner Arm und Schooß.
7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möͤcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschaͤhe mir!
8. Ich danke dir von Herzen, o IEsu, liebster Freund, fuͤr deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun er⸗ kalte, in dir mein Ende sei.
9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfuͤr; wann mir am allerbaͤngsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trosi in mei⸗ nem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir vlicken, da will ich glaubensvoll dich fest au mein Herz druͤcken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.
und suͤßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust.
6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch
Paul Gerhard.
Mel. O Rensch, bewein dein Sünde groß.
nicht; von dir will ich nicht
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