52 von dem NRamen
und den Aemtern
8. Mein Hoherpriester, hoͤr nicht auf fuͤr mich zu beten, ach rufe doch mit mir den Vater taͤglich an laß deinen heilgen Geist mit Seufzen mich vertre⸗ ten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann.
9. Mein Koͤnig, schuͤtze mich, wenn Satan, Welt und Suͤnde, so sich in mir noch regt, auf meine Seele stuͤrmt; hilf, daß in deinem Schooß ich allzeit Ruhe fin⸗ de: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt.
10. Mein Hirte, weide mich auf einer gruͤnen Auen, und lagre mich im Durst ans frische Wasser hin. Hol meine Seel her⸗ um; wollt ich aufs Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweif⸗ ten Sinn.
11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kraͤfte, so laß den Lie⸗ besfluß, dein theurvergoß⸗ nes Blut/ mich heilen; laß des Geists Erneurung⸗Le⸗ benssaͤfte mich laben und erfreun, mir staͤrken Herz und Muth.
12. Mein Freund, ver⸗ traue dich doch besser mei⸗ nem Herzen, und laß mich deiner Treu noch mehr versichert sein, auf daß zu aller Zeit ich meiner See⸗ len Schmerzen getrost ver⸗ senken darf in deines Her⸗ zens Schrein.
13. Mein Braͤutgam, liebe mich, und setze mir
ten Lieb, den Geist, alif meine Brust; laß deinen Gruß und Kuß mich schmek⸗ ken; sei mein Spiegel, darin ich mich beschau nach aller Herzens-Lust.
14. Mein Ein und Alles, laß mit dir mich eins hier werden, so wird mir alles nichts, du aber alles sein. Und nimmet deine Guͤt mich endlich von der Er⸗ den, so geh ich friedens⸗ voll in deine Freuden ein.
Christian Andreas Bernstein.
Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. D Mein JeéEsu, 66. M suͤße See⸗ lenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest; dieweil dein Kuß so lieblich ist, daß man auch seiner selbst ver⸗ gißt, wenn du den Gesst entzuͤckest: daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde uͤber mich gezogen werde.
2. Was hatt ich doch fuͤr Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein IEsu, noch nicht kannte? Wie blind und thoͤricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleisches⸗ sinn von Welt-Begierde brannte; bis mir von dir Licht und Leben ward ge⸗ lch ar dich zu kennen, herz⸗ ich gegen dich zu brennen.
3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als waͤr ihr schlechtes Froͤhlichsein ein herrliches Vergnuͤgen;
das Siegel der unverfaͤlsch⸗
allein wie eilend gehts vor⸗ bei;
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