108
Die Beschreibung von der Zerstoͤhrung Jerusalems.
den gewannen zeit zur gegenwehr, schlagen wurden. Josephus ge⸗
und noͤhtigten sogar den Syri⸗ schen statthalter mit einem sehr betraͤchtlichen verlust zum abzuge. Dieser anscheinende vortheil ver⸗ mehrte ihnen zu ihrem ungluͤck den muht: Die damahls fast allge⸗ meine erwartung eines irdischen erretters und maͤchtigen beherr⸗ schv staͤrkte ihre eitele hofnung, ich von der beherrschung der Roͤ⸗ mer zu befreyen, und der krieg wi⸗ der selbigeward mit grosser heftig⸗ keit beschlossen. Man machte dazu uͤberall die staͤrksten zurüstungen/ waͤhlte in Jerusalem den Joseph einen sohn Gorions, nebst dem ho⸗ henpriester Ananus, in Idumdga den Eleazar, und in GalilaͤaJose⸗ phum einen sehr verstaͤndigen und tapfern mann, der diese geschichte hinterlassen hat, zu anfuͤhrern; und fing die feindseligkeiten in verschiedenen gegenden, doch meh⸗ rentheils mit sehr grossem verlust an; wie denn allein vor der stadt Ascalon uͤber 18000 Juden ihr leben einbuͤßten.
Die Christen hergegen waren der warnung ihres Heilandes ein⸗ gedenk, und seiten sich durch ihre flucht in die benachbarte stadt Pella in sicherheit.
Als der Roͤmische kaiser Nero diesen allgemeinen aufstand der Judischen nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr er⸗ fahrnen feldherrn, den krieg wider die Juden auf; der nebst seinem sohn/ dem Titus, mit einem zahl⸗ reichen heere den anfang dessel⸗ ben in Galilaͤm machte. Josephus hatte daselbst Looooo mann ver⸗ sammlet; allein das schrecken zerstreuete solche sogleich bey der ankunft der Roͤmer, und Josephus ward genoͤhtiget, mit dem rest sei⸗ ner truppen sich in die festung Jo⸗ tapata zu werfen; welche nach einer tapfern vertheidigung ero⸗ bert, und 40000 Juden dabey er⸗
rieht selbst in die gefangenschaft der Roͤmer; erhielt aber durch die fuͤrsprache des Titus, und weil er dem Vespasian die kuͤnftige gelan⸗ gung zur kaiserlichen würde vor⸗ her sagte, sein leben, und nach der erfuͤllung dieser seiner vermuh⸗ tung auch die freyheit. Vespasian bemachtigte sich gar bald des gan⸗ zen Galilaͤa; wobey viele tausen⸗ de erschlagen, oder als leibeigene verkauft, oder sonst in eine elende selaverey gefuͤhret wurden. In Jerusalem und den uͤbrigen ge⸗ genden des Juͤdischen landes haͤuf⸗ te sich gleichfals aufruhr und elend. Die parthey derer, die auf den krieg drungen, veruͤbte gegen diejenigen, die zum frieden rieh⸗ ten, die aͤussersten gewaltthaͤtigkei⸗ ten. Mit ihnen verband sich unter der anführung des Elegzar eine andere art von raͤubern, die Zelo⸗ ten oder eiferer genannt wurden, weil sie unter dem vorgeben eines besondern eifers fuͤr religion und freiheit die groͤßten grausamkei⸗ ten begiengen; und pluͤnderung und mord breiteten sich allenthal⸗ ben aus. Der hohepriester Ana⸗ nus suchte in Jerusalem die⸗ ser boͤsen rotte einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr beruͤchtigter boͤsewicht, nach Daselbn ar kam, und die Ze⸗ loten daselbst auf seine seite brach⸗ te, auch 20000 Idumaͤer in die stadt zog so ward die parthey des Ananus uberwaͤltiget, und dieser hohepriester, den Josephus als einen der besten maͤnner der da⸗ mahligen zeit beschreibet, nebst 12000 der vornehmsten einwoh⸗ ner getoͤdtet. Vespasianus eroberte in dem folgenden jahre unter vielem blutvergiessen die um Jerusalem liegenden festen oͤrter, und naͤherte sich darauf dieser hauptstadt des Jüͤdi⸗
—
Vdi. derlg dart unbet allein aths selbt hie
Nom Peiit linge d d 12 mit! herst Weite 1 icht
fotts


