124 Die Geschichte von der Auferstehung und Himmelfahrt
ihnen: Da habet ihr die huͤter, gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie giengen hin, und verwahreten das grab mit huͤtern, und versiegelten den stein.
6. Abtheilung. Die Auferstehung und Him⸗
melfahrt u.
Zur erraregder Siane ist das in denen Evangelien und Vorlesungen hieyon enthaltene nur dem Inbalt nach angeführet; das übrige aber in harmonischer Ordnung ausführ⸗ lich beygefuͤget worden. ls die im vorigen abschnitt be⸗
nannten gottseligen weiber, und etliche mit ihnen, an dem er⸗ sten sabbather(d. i. wochentage) mit dem anbruch des tages sich nach dem grabe JIEsu begaben, um ihn mit den zubereiteten specerey⸗ en zu salben: wird noch vor ihrer ankunft das grab JEsu, bey seiner auferstehung, unter einem erdbe⸗ ben, durch einen engel, zur grossen bestuͤrzung der huͤter eroͤffnet.
Siehe das Evangelium und die vormittagige Vorlesung am ersten Oster⸗Tage, ver⸗ glichen mit Luc. 24, I.
Unter ihnen kommt MariaMag⸗ dalena zu dem grabe, und siehet, daß der stein vom grabe hinweg war. Da laͤuft sie, kommt zu Si⸗ mon Petro und zu dem andern juͤnger, welchen JEsus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Auch die uͤbrigen weiber sehen den stein abgewaͤlzet, und gehen hinein in das grab, wo sie den leib JEsu nicht finden; aber zu ver⸗ schiedenen mahlen durch engel die
versicherung seiner auferstehung
und den auftrag erhalten, solche
seinen juͤngern zu verkuͤndigen. Siehe das Evangelium und die Vorlesung des ersten
Unterdessen gieng Petrus und der andere juͤnger auf die von der Maria Magdalena erhaltene nach⸗ richt hinaus, und kamen zum gra⸗ be. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere juͤnger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam zuerst zum grabe. Gucket hinein, und siehet die leinen ge⸗ leget, er gieng aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach, und gieng hinein in das grab, und siehet die leinen gelegt, und das schweißtuch, das IEsu um das haupt gebunden war, nicht bey die leinen gelegt, sondern beyseits ein⸗ gewickelt an einen besondern ort; und es nahm ihn wunder, wie das zugienge. Da gieng auch der ande— re jünger hinein, der am ersten zum grabe kam, und sahe und glaubete es. Denn sie wußten dieschrift noch nicht, daß er von den todten aufer⸗ stehen muͤßte. Da giengen die juͤn⸗ ger wieder zusammen.
JEsus aber, da er auferstanden war, fruͤh am ersten tage der sabba⸗ ther, erschien er am ersten der Ma⸗ ria Magdalena, von welcher er sieben teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nemlich(die Petro und dem andern juͤnger gefolget und bey deren weggehen zuruͤck ge⸗ blieben war) stund vor dem grabe, und weinete draussen. Als sie nun weinete, guckte sie in das grab, und siehet zween engel in weissen kleidern sitzen, einen zum haupten, und den andern zum fuͤssen, da sie den leichnam IEsu hingelegt hat⸗ ten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben mei⸗ nen HErrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt ha⸗ ben. Und als sie das sagte, wandte
sie sich zuruͤck, und siehet JIEsum
stehen, und weiß nicht, daß es JE⸗ sus ist. Spricht JEsus zu ihr:
Yster⸗Tages, verglichen mit Weib, was weinest dus wen suchest Eue. 24, 2. bis 11. du?
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