Druckschrift 
Hannoversches Kirchen-Gesangbuch : nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln ;
(Zum Besten des Calenberg-Grubenhagenschen Waisen-Instituts)
Entstehung
Seite
93
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nebst den Festlichen Vorlesungen.

ihre staͤtte kennet sie nicht mehr. Die gnade aber des HErrn waͤhret von ewigkeit zu ewigkeit, uͤber die so ihn fuͤrchten, und seine gerech⸗

tigkeit auf kindes kind; bey de⸗

nen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat sei⸗ nen stuhl im himmel bereitet, und sein reich herrschet uͤber alles. Lo⸗ bet den HErrn, ihr seine engel, ihr starken helden, die ihr seinen befehl ausrichtet; daß man hoͤre die stim⸗ me seines wortes. Lobet den HErrn alle seine heerschaaren, seine die⸗ ner, die ihr seinen willen thut. Lo⸗ bet den HErrn alle seine werke, an allen orten seiner herrschaft. Lobe den HErrn meine seele. **

* Nachmitt. Ps. 104, v. I. bis 16. und v. 24. bis 37.

obe den HErrn, meine seele. HErr, mein GOtt, du bist sehr herrlich, du bist schoͤn und praͤch⸗ tig geschmuͤckt. Licht ist dein kleid, das du an hast; du breitest aus den himmel wie einen teppich. Du woͤlbest es oben mit wasser: du faͤhrest auf den wolken, wie auf einem wagen; und gehest auf den fittigen des windes. Der du machst deine engel zu winden, und deine diener zu feuerflammen. Der du das erdreich gruͤndest auf seinen boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der tiefe deckest du es, wie mit einem kleide: und wasser stehen uͤber den bergen. Aber von deinem schelten fliehen sie, von deinem donner fahren sie dahin. Die berge gehen hoch her vor, und die breiten setzen sich her⸗ unter; zum ort, den du ihnen ge⸗ gruͤndet hast. Du hast eine grenze gesetzt, daruͤber kommen sie nicht: und muͤssen nicht wiederum das erdreich bedecken. Du laͤssest brun⸗ nen quellen in den gruͤnden, daß

die wasser zwischen den bergen hin⸗ fliessen: daß alle thiere auf dem felde trinken, und das wild seinen durst loͤsche. An denselben sitzen die voͤgel des himmels, und singen unter den zweigen. Du feuchtest die berge von oben her: du machest das land voll fruͤchte, die du schaf⸗ fest. Du laͤssest gras wachsen fuͤr das vieh, und saat zu nutz den menschen: daß du brot aus der erden bringest; und daß der wein erfreue des menschen herz, und seine gestalt schon werde vom oͤl; und das brot des menschen herz staͤrke. HErr, wie sind deine werke so groß und viel? du hast sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner guͤter. Das meer, das so groß und weit ist, da wim⸗ melts ohne zahl, beide groß und kleine thiere. Daselbst gehen die schiffe: da sind walfische, die du ge⸗ macht hast, daß sie darinnen scher⸗ zen. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen speise gebest zu seiner zeit. Wenn du ihnen giebst, so sammeln sie: wenn du deine hand aufthust, so werden sie mit gut gesaͤttiget. Verbirgest du dein angesicht, so er⸗ schrecken sie: du nimmst weg ihren odem, so vergehen sie, und wer⸗ den wieder zu staub. Du laͤssest aus deinen odem, so werden sie geschaffen: und verneuerst die ge⸗ stalt der erden. Die ehre des HErrn ist ewig: der HErr hat wohlgefallen an seinen werken. Er schauet die erde an, so bebet sie: er ruͤhret die berge au, so rau⸗ chen sie. Ich will dem HErrn sin⸗ gen mein lebenlang: und meinen Gott loben, so lange ich bin. Meine rede muͤsse ihm wol gefal⸗ len: Ich freue mich des HErrn. Der suͤnder muͤsse ein ende werden auf erden, und die gottlosen nicht mehr seyn. Lobe den HErrn mei⸗ ne seele. Halleluja.

Die