86 Episteln und Evangelien,
habt den HErrn Christum JIEsum, so wandelt in ihm; und seyd ge⸗ wurzelt und erbauet in ihm, und seyd feste im glauben, wie ihr geleh⸗ ret seyd, und seyd in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die philosophia und lose verfuͤhrung, nach der menschen lehre, und nach der welt satzungen, und nicht nach Christo: denn in ihm wohnet die ganze fuͤlle der gottheit leibhaftig; und ihr seyd vollkommen in ihm, welcher ist das haupt aller fuͤrsten⸗ thuͤmer und oberkeit: in welchem ihr auch beschnitten seyd, mit der beschneidung ohne haͤnde, durch ablegung des sundlichen leibes im fleische, nemlich mit der beschnei⸗ dung Christi, in dem, daß ihr mit ihm begraben seyd durch die taufe: in welchem ihr auch seyd auferstan—⸗ den durch den glauben, den GOtt wuͤrket, welcher ihn auferwecket hat von den todten. Und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr todt waret in den suͤnden, und in der vorhaut eures fleisches, und hat uns geschenket alle suͤnde, und ausgetilget die handschrift, so wider uns war, welche durch satzungen entstund, und uns ent— gegen war, und hat sie aus dem mittel gethan, und an das ereuz geheftet; und hat ausgezogen die fuͤrstenthuͤme und die gewaltigen, und sie schau getragen oͤffentlich, und einen triumph aus ihnen ge⸗ macht durch sich selbst. So lasset nun niemand euch gewissen ma⸗ chen über speise, oder uͤber trank, oder uͤber bestimmten feyer⸗tagen, oder neumonden, oder sabbather, welches ist der schatten von dem, das zukünftig war; aber der koͤr⸗ per selbst ist in Christo. Lasset euch niemand das ziel verruͤcken, der uach eigener wahl einher gehet in demuht und geistlichkeit der engel,
deß er nie keines gesehen hat, und ist ohne sache aufgeblasen in sei⸗ nem fleischlichen sinne, und haͤlt sich nicht an dem haupte, aus wel⸗ chem der ganze leib durch gelenke und fugen handreichung empfaͤhet, und an einander sich enthaͤlt, und also waͤchset zur goͤttlichen groͤsse. So ihr denn nun abgestorben seyd mitChristo den satzungen der welt, was lasset ihr euch denn fangen mit satzungen, als lebetet ihr noch in der welt? Die da sagen: Du sollt das nicht angreifen, du sollt das nicht kosten, du sollt das nicht anruͤhren, welches sich doch alles unter haͤnden verzehret, und ist menschen gebote und lehre, welche haben einen schein der weisheit, durch selbsterwaͤhlte geistlichkeit und demuth, und dadurch, daß sie des leibes nicht verschonen, und dem fleische nicht seine ehre thun zu seiner nothdurft.
Am Seste Johannis des Täufers. Epistel,
Jesaia Cap. 40, v. I. bis 8.
Troßer, troͤtet mein volk, spricht euer GOtt, redet mit Jerusalem freundlich, und predi⸗ get ihr, daß ihre ritterschaft ein ende hat: denn ihre missethat ist vergehen, denn sie hat zweyfaͤlti⸗ ges empfangen von der hand des HErrn, um alle ihre suͤnde. Es ist eine stimme eines predigers in der wuͤsten: Bereitet dem HErrn den weg, machet auf dem gefilde eine ebene bahn unserem GOtt. Alle thale sollen erhoͤhet werden, und alle berge und huͤgel sollen er⸗ niedriget werden: und was un⸗ gleich ist, soll eben, und was 50 kericht ist, soll schlecht werden.
Denn die herrlichkeit des HErrn soll offenbaret werden, unt asch ei
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