ren. Und so wandelte der Zug langsam durch den Vorraum, den Hof und das Tor der Werkstatt hinaus. Er hatte den Charakter irgendeines anderen Leichenzuges. Hinter der Bahre schritten schweigende Menschen.
Man ließ die Bahre im Hof der beiden Hütten stehen. Viele Men- schen drängten herein, um einen Blick auf die Tote zu werfen. Man bedauerte sie, weil sie so jung hatte sterben müssen. Jetzt erst sah man, wie schön und wohlgebildet ihr Gesicht war. Ihre Haut war von unendlicher Zartheit, ihre Mase hatte vollendele Form. Der Mund schien wollüstig zu lächeln. Selbst die Schläfenwunde glich mehr einem rosigen Mal, das sich unter- halb des Haaransatzes befand, von den gelösten Haaren halb verdeckt.
Aber man sah auch die kleinen abgearbeiteten Hände. Sie wiesen halbvernarbte Wunden und zerspaltene, blau angelaufene Finger- nägel auf.
Die Menschen gingen vorüber, sahen sie an und dachten an ihre eigene Lage. Die Erleichterung war gewichen. Man empfand wie- der die alte und dumpfe Unsicherheit.
Dies also war das Glück: mit aller Kraft arbeiten zu dürfen. Man war wie ein Werkzeug, so billig im Herstellungspreis, daß es einer Reparatur nicht verlohnte. War es beschädigt, so schaffte man ein neues an. Das alte wurde weggeworfen. Was nützte es, chön zu sein. Diese Barbaren sahen keine Schönheit. Für sie war ein Jude nichts anderes als ein gehaßtes, fremdartiges Geschöpf. Je schöner es gebildet war, desto grausamere und wildere Regun- gen flößte es ein. Je wehrloser es war, desto größer war die Lust, es zu vernichten. Indem die Jungen Gertrud petrachteten, beweinten sie ihr eigenes Los. Wenn die Mädchen vor der Toten standen, erblickten sie sich selbst. Hatten sie nicht immer gewußt, daß ihr Leben fremder Besitz war, nicht mehr wert, als der Lust des Zerstörers zu dienen?
Jonas, der Judenrat, stand vor dem Leichnam und betrachtete
Gertruds Gesicht. Hätte sie bloß geschlafen, wäre Jonas jener Vers
aus dem Hohelied eingefallen, der lautet:„Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems , bei den Rehen oder Hinden auf dem
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