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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
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SECHSTES KAPITEL

Offenbar war der Unfall auf die mangelnde Ortskenntnis des

Mädchens Gertrud zurückzuführen. Der obere Trakt der Werk- stalt war immer noch nicht ausgebaut. Die eine Treppe war gang- bar. Aber der Bau der zweiten war unterbrochen worden. Gertrud, um Werkzeug geschickt, das im oberen Vorratsraum lagern sollte, hatte auf dem hastigen Rückweg die Tür verfehlt. Statt die gangbare Treppe zu erreichen, war sie in einen Ab- grund gestürzt. Ihr Geschrei hatte viele Menschen aus dem Arbeits- saal herausgelockt. Man hatte Gertrud zwischen Ziegelhaufen und nackten Fisenbetonpfeilern liegen gesehen und sie auf Kleider und Arbeitsmäntel gebettet.

Sie lag bereits nahezu eine Stunde leise stöhnend auf der primi- tiven Lagerstatt. Man hatte in die Stadt um den Arzt geschickt. Gertrud lag unbeweglich. Ihr weißes Gesicht glich einer steiner- nen Maske. Nur auf den Lippen zuckte Schaum.

Es war fünf Uhr, als der Arzt kam. Martha durfte ihm helfen, gie Freundin zu entkleiden. Die Untersuchung war kura. Der Arzt, ein Ukrainer, schüttelte bedauernd den Kopf.

Beckenbruch, flüsterte er der Helferin in gebrochenem Deutsch

ins Ohr.Nur eine Operation kann möglicherweise helfen. Gertrud ächzte leise bei jedem Atemzug. Ihre Hände lagen ver- krampft auf der Brust. Man sah, wie der Schmerz sie ohne Pause in Bewegung hielt. Sié kamen aufeinander zu und strebten von- einander fort, als triebe sie ein unsichtbarer Motor.

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