sind, und je weniger Vorschläge der endgültigen Abstimmung unterbreitet werden, um so leichter läßt sie die Mehrheit feststellen.
Sind demnach die Parteien unentbehrlich, dann ist eine Abneigung gegen wirklich politische Parteien kindisch.
Die jungen Menschen stehen heute verständnislos vor Tatsachen, an deren Werden sie nicht mitbeteiligt waren; beharren sie jetzt im Abwarten, was die Alten erreichen, dann werden sie auch vor neuen Tatsachen wieder verständnislos stehen. Woran man nicht mitgearbeitet hat, das kann man nicht beurteilen. Man kann wohl sagen, ob es einem gefällt oder nicht; aber man weiß nicht, ob das, was fehlerhaft scheint, anders sein könnte. Vielleicht gefällt es auch denen nicht, die es geschaffen haben; aber sie haben vergeblich versucht, das noch Fehlende hineinzubringen. Vielleicht Vielleicht hätte derjenige, der abseits gestanden hat, den Rat dazu geben können; vielleicht hätte auch sein Rat den Fehler nicht beseitigt; aber in jedem Falle hätte ihm seine Mitarbeit gezeigt, was möglich und nicht möglich war; er stände dem Erreichten nicht verständnislos gegenüber, wäre zufrieden, wo er jetzt nur fruchtlos nörgelt.
Verlangen die jungen Menschen Verständnis, dann müssen sie diesem Verständnis auch entgegenkommen; wollen sie mitarbeiten, dann müssen sie auch zeigen, was sie können. Daß sie umlernen müssen, ist keine Schande für sie; aber nicht umlernen wollen, das würde ihre Unfähigkeit beweisen, am Aufbau mitbeteiligt und im Neubau mitberechtigt zu sein. Wurden sie auch im Dritten Reich irregeleitet, und sind wir gerne bereit, dies in vollem Umfange zu berücksichtigen, so wurden sie doch im Dritten Reich nicht so zart behandelt, daß ihnen nun alle Bissen vorgekaut werden müßten.
Auf beiden Seiten Verständnis für das, was der Aufbau erfordert, und gemeinsam heran an diesen Aufbau, dann läßt sich für die Jungen wie für uns Alte immer noch eine Hoff
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