werten, die böswillig die Auffassung bestärken, die jetzige Obrigkeit sei verantwortlich für den Zustand, der doch nur das Werk derer ist, die zu der Not des ersten Weltkrieges noch das Verderben eines zweiten Weltkrieges gefügt haben. Die Verbrecher am Volke gehen ja noch weiter; sie flüstern den leidenden und deshalb verbitterten Menschen zu, man lasse sie absichtlich leiden, man wolle sie ausrotten.
Wenn unsere ehemaligen Feinde uns ausrotten wollten, dann brauchten sie nichts weiter zu tun als abzurücken; das Ausrotten würden in diesem Falle die Verzweifelten unter sich besorgen unter Anleitung derer, welche uns die Selbstvernichtung aufzwingen wollten und dies durchgeführt haben bis auf den Zustand, in dem wir uns heute befinden.
Welche Demokratie?
Auch das ist ein dicker Knüppel auf dem Wege zur Demokratie, daß wir Veranlassung zu der Frage haben: Welche
Demokratie?
Es ist freilich ein Symptom derselben Krankheit, der politischen Unreife, deren Herkunft wir bereits beleuchtet haben.
Die Vielzahl der Parteien verhinderte in der Republik die Zusammenfassung der Kräfte; wir sind jetzt auf dem besten Wege, wieder zu der gleichen Zahl von Parteien zu kommen; eine Zahl kann man jetzt noch nicht nennen; man weiß ja nicht, wie hoch diese Zahl sein wird, wenn diese Schrift gedruckt ist. Müßte nicht jede Parteigründung von der Militärregierung genehmigt werden, dann wäre die Auswahl jetzt schon nicht mehr zu übersehen. Wir Deutsche, wenn wir völlig
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