der Hohenzollern verherrlicht; alles, was ihr Dasein beeinflußte, kam nach ihrer Meinung von Gott, von der ihnen von Gott Freiheit kannten sie gesetzten Obrigkeit, den Hohenzollern . nicht, sie haben infolgedessen auch die Freiheit nicht entbehrt. Die materiellen Daseinsbedingungen waren zur Zeit der Hohenzollern , so weit sich die heute lebenden Menschen derer erinnern, tatsächlich besser als heute, auch als sie seitdem gewesen sind.
Nicht alle Menschen denken so. Mehrere Millionen Arbeiter wurden durch die Organisation erfaßt und unterrichtet über die wahren Zusammenhänge. Wir leben seit dem Abtreten der Hohenzollern unter den Folgen des ersten Weltkrieges, den ja die Hohenzollern noch herbeigeführt und verloren haben. Und ehe wir diese Folgen ganz überwinden konnten, zerschlugen die Nationalsozialisten unsern Aufbau wieder, und auch der Nationalsozialismus als Auswuchs von Nationalismus und Militarismus hat seine Wurzeln im Kaiserreich, Königreich und Kurfürstentum.
Aber auch bei weitem noch nicht alle Arbeiter haben das begriffen; sie hören und lesen es, aber es dringt nicht in ihr Bewußtsein. Was sie erleben, jetzt erleben, körperlich empfinden, dagegen ist mit Vernunftgründen nicht anzukommen. Sie haben früher besser gelebt, lebten sogar unter der Naziherrschaft im Kriege besser als heute; in den Hirnen, die der Obrigkeitsstaat geformt hat, verbindet sich mit diesen Tatsachen keine Logik, kein Ueberlegen über das Warum, nur das instinktive Gefühl: Die Regierung ist schuld! Man gerät in Verzweiflung, wenn man nur bei einem einzelnen versucht, diesen Instinkt zu widerlegen; erst recht schwer ist es, Massen davon zu bekehren, solange die Daseinsbedingungen schwer sind, solange diese Massen entbehren und darben müssen.
Und zur Katastrophe muß das führen, wenn nicht alles mögliche geschieht, denen das Handwerk zu legen, die böswillig diese Verfassung unseres Volkes für schlimme Zwecke aus
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