Kongreß. Dabei waren die Gegensätze zwischen Handwerksmeistern und Gesellen gar nicht so erheblich; die Meister waren überdies in der Mehrzahl; 457 000 Handwersbetriebe beschäftigten 385 000 Gesellen; die Mehrzahl der Gesellen gedachten, in absehbarer Zeit selbst Meister zu werden und legten keinen besonderen Wert darauf, den Gesellen allzuviel Rechte einzuräumen; auch die Forderungen der Meister waren alles andere als revolutionär. Dennoch lehnte der Volkswirtschaftliche Ausschuß der Nationalversammlung die Eingabe der Handwerksmeister ab. Nationalversammlung und Volkswirtschaftlicher Ausschuß waren liberal, wie auch die Handwerksmeister; weder hier noch da kam man über den Streit um Kleinigkeiten hinaus; Beschlüsse, die etwas grundsätzlich ändern sollten, kamen auch in der Nationalversammlung nicht zustande.
Inzwischen hatte der König Zeit, seine Pläne vorzubereiten. Am 9. November löste er die preußische Nationalversammlung auf, die er am 22. Mai eröffnet hatte. Die Nationalversammlung folgte dieser Auflösung nicht sofort; am 10. November trieb General Wrangel sie auseinander. Ein Bericht darüber lautet:
,, Nachdem General v. Wrangel zu den Truppen in der Mohrenstraße zurückgekehrt war, stieg er ab und setzte sich auf einen Stuhl, der aus einem Hause gebracht wurde. Bald erschien der Kommandeur der Bürgerwehr ,, mit unbedecktem Haupte, rechts von seinem Stabschef Duncker, links von seinem Adjutanten geführt, und erklärte: Die Bürgerwehr sei entschlossen, die Freiheit des Volkes, die Würde der Nationalversammlung zu schützen, und sie würde nur der Gewalt weichen. Ruhig und freundlich erwiderte der General: Sagen Sie der Bürgerwehr, die Gewalt wäre nun da, ich werde nun mit den Truppen für die Ordnung einstehen; die Nationalversammlung wird binnen 15 Minuten den Sitzungssaal verlassen, und dann wird auch die Bürgerwehr abziehen.'
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