Es war einmal
Es braucht nicht immer ein Märchen zu sein, was mit den Worten ,, es war einmal" beginnt. Leider ist es kein Märchen, sondern vergangene Wirklichkeit. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Wirklichkeit endgültig vergangen ist, aber sie wirft ihre Schatten auf unsere Gegenwart und behindert unsere Arbeit beim Aufbau der Zukunft; deshalb wollen wir sie kurz beleuchten.
Was man bekämpfen will, das muß man kennen, nicht nur in seiner Erscheinungsform, sondern auch in seinem Werden. Soll ein Uebel mit der Wurzel ausgerottet werden, dann muẞ man den Wurzeln nachgraben. Es gibt Unkraut mit weitverzweigten Wurzeln, und wenn auch nur die Spitze eines Zweiges dieser Wurzel im Boden bleibt, dann geht daraus wieder neues Unkraut hervor.
Wir können in diesem Zusammenhang nicht im einzelnen widerlegen, was alles in den deutschen Geschichtsunterricht hineingedichtet, nicht alles berichtigen, was umgelogen, und nicht alles ergänzen, was verschwiegen wurde. Das wäre nötig, aber es wird im wesentlichen Aufgabe der Schule sein, wird auch für die Erwachsenen in umfangreicheren Arbeiten und unter Heranziehung weiterer Kräfte nachgeholt werden müssen; hier muß vorläufig genügen, in groben Zügen dem vorherrschenden Gesamtbild seine Glaubwürdigkeit zu nehmen. Nicht um Tote zu schmähen, sondern um den Gedankengängen entgegenzutreten, die einer Gleichachtung anderer Menschen und Völker entgegenstehen, die Demokratie und Frieden behindern.
20
20


