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DER VERNICHTUNGSTRANSPORT 191
lichen Professor, die Rechte hinhält, um aus deren Linien- gewirre sich den Wirrwarr der nächsten Zukunft entwirren zu lassen? Daß wir mit einem Kompromißfrieden abschnei- den werden, an dieser höchst dunklen Sternenbotschaft, die er seinen Anhängern seit dem letzten November verkündet, hält er allerdings auch jetzt noch standhaft fest. Woraus hervorgeht, daß der Köhlerglaube des Mittelalters barm- herzig war in seinen Anforderungen an den Verstand des Menschen im Vergleich zu den Akrobatenstückchen, die mo- derne Propheten ihren Anhängern zumuten.
Nachts.
Ums Haar hätte uns heute der Riemen der Todestrans- mission erfaßt. Aber es ist noch einmal gnädig abgelaufen, Gott sei Lob und Dank dafür. Den klugen Gedanken, Dr. Blachas Urteil anzurufen, muß Er selber mit eingegeben ha- ben, denn er war meine Rettung. Um drei Uhr gab’s nämlich neue Verwirrung, der Blockmogul rief die letzten Deutschen zusammen und befahl'ihnen, auf den Appellplatz zu mar- schieren, die Gesunden wie die Kranken. Uns kam dies selt- sam vor, da alle andern Blöcke die Kranken ausgeschieden hatten. Den Knaben Hiob mit dem Aaronsstab nahm er besonders aufs Korn, auch auf mich hatte er es abgesehen, denn als ich aus irgendeinem Grunde noch zu zögern schien, mich der auserlesenen Schar anzuschließen, fuhr er mich scharf an und nahm mich in besondere Obhut. Es mußte ihm viel daran gelegen sein, daß wir ja vollzählig wegkamen. Denn er führte uns höchstselbst nach vorn, wo wir am Fußballtor-Gitter abgeladen wurden. Häußermann, der Hochdeutsche, rebellierte: wir seien ja noch nicht mal untersucht; das gehe nicht mit rechten Dingen zu, und suchte Gelegenheit, abzuschweben, um aus dem Revier einen Arzt zu Hilfe zu holen. Denn so ohne weiteres hatte er nicht Lust, sich abschlachten zu lassen. Doch so lange der


