Rada ließ die Zeitung zu Boden fallen.
„Geh in die Slowakei“, sagte er.„Ich bitte dich: geh.”!
„Nein“, sagte Marie.„Ich bleibe hier.“
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Um acht Uhr abends betrat Rada die Wohnung des Haus- besorgers Musil. Noväk wartete bereits. Er saß am Tisch, auf dem eine Eisenbahnkarte lag, die er studierte, Er stand nicht auf, sondern reichte Rada sitzend die Hand und sagte:„Schön, daß Sie kommen. Sperr die Tür zu, Emil.”:
Musil verschloß die Tür.
„Setzen Sie sich zu mir, Herr Rada“, sagte Noväk,„ich zeige Ihnen vor allem auf der Karte, wo unsre starken Positionen sind. Sie müssen sehr gut aufpassen; es ist am besten, nichts Schriftliches zu besitzen. Also machen Sie keine Notizen und behalten Sie im Kopf, was ich Ihnen sage. Am wichtigsten sind für uns selbstverständ- lich die Hauptstrecken, die den größten Teil der Trans- porte nach dem russischen Kriegsschauplatz bewälti- gen. Aber auch jede andere Strecke kann mitunter enorm wichtig werden. Sehr wichtig ist jede Strecke, die Pil- sen berührt, denn die Skodawerke sind die zweitgrößte Waffen- und Munitionsfabrik, die der Feind besitzt. Ich
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