einem andern Gebiet seinen Mann zu stellen. Man ist tüchtig oder man ist untüchtig. Du wirst dich sehr rasch einarbeiten."

,, Du hast eine viel zu gute Meinung von meiner Lei­stungsfähigkeit, aber ich danke dir jedenfalls." Fobichs Gesicht wurde ernst. Er machte eine wegwer­fende Handbewegung und sagte: ,, Nichts zu danken. Ich brauche verläßliche Mitarbeiter. Ich sage dir offen, daß ich dich aus reinem Egoismus in die Abteilung III ver­setzen lasse. Ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, daß ich in meiner jetzigen Stellung einen schweren Stand habe. Die politischen Gegensätze machen mir das Leben sauer. Ein großer Prozentsatz der Beamtenschaft ist mir feind­lich gesinnt. Viele nehmen mir gegenüber eine Haltung an, die mich zu äußerster Vorsicht zwingt. Ich kann kei­nem mehr völlig trauen. Kaum einer ist da, auf den ich mich verlassen kann."

Er verstummte. Seine Augen funkelten zornig. Die tie­fen Falten auf seiner hohen weißen Stirn gaben dem Gesicht einen finsteren, drohenden Ausdruck. Er zer­knüllte die Zigarette, die er in der mit einem Perlen­ring geschmückten Rechten hielt, und warf sie zornig auf den Tisch.

Rada hütete sich, ein Wort zu erwidern. Warum erzählt er das alles gerade mir? dachte er. Warum setzt er vor­aus, daß er gerade mir trauen darf? Was berechtigt ihn zu dieser Annahme?

Fobich schien diese Gedanken auf Radas Gesicht zu le­sen. Er zündete sich eine Zigarette an, rückte mit sei­nem Sessel näher an Rada heran und sagte: ,, Es wun­dert dich vielleicht, daß ich dir das alles sage. Du weißt eben nicht, wie sehr ich dir vertraue. Du bist der ein­zige Mensch, dem ich volles Vertrauen schenke."

52