amten aufmerksam machen. Einem gefährlichen Menschen, einem Lumpen und Verräter war alles zuzutrauen.
In dieser Nacht schlief Rada nicht. Er überlegte, was er getan hätte, wenn die Kollegen nicht gewußt hätten, daß er Fobich seit seiner Kindheit kannte. Er kam zu dem Schluß, daß er sich unter dieser Voraussetzung nicht geweigert hätte, in die Abteilung III versetzt zu werden. Es war ein heiliges Gesetz, daß ein Staatsbeamter sich nicht weigern durfte, den Arbeitsplatz auszufüllen, der ihm zugewiesen wurde. Bis zum heutigen Tag hatte Rada seinen Dienstplatz in der Tarifabteilung gewissenhaft ausgefüllt. Aber er würde sich vor keiner Macht der Welt zwingen lassen, ein Verräter zu werden; das wußte er. Aber wußten es die andern, die Kollegen, die eine geheime Kampforganisation aufgebaut hatten? Sie wuẞten es nicht. Deshalb mußte er sich weigern, den Posten, der ihm in der Abteilung III zugedacht war, anzunehmen. Die Folgen dieser Weigerung waren unschwer zu erraten. Er mußte dieses Opfer bringen. Er mußte infolgedessen auch seine Familie zum Opfer bringen.
Er atmete schwer. Er dachte an seinen Sohn. Er malte sich alle Qualen aus, denen er und sein Sohn und die ahnungslos schlafende, ruhig atmende Frau ausgesetzt sein würden. Seine Gedanken verwirrten sich wie die Gedanken eines Fiebernden. Plötzlich schlief er. Es war fünf Uhr in der Frühe, als er plötzlich einschlief.
Zehn Minuten vor sieben wurde er von Marie geweckt. Es kam selten vor, daß sie ihn wecken mußte. Seine Gewissenhaftigkeit, die ihn selbst im Schlaf beherrschte, weckte ihn jeden Morgen zwanzig Minu
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