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eine erste Neujahrsnacht in New York , die ich in meinem viel zu schönen Hotel allein verbrachte, fand mich lebhaft mit meinem Ableben beschäftigt. Ein guter Freund, ich weiß nicht mehr wer, hatte mir von Europa ein Bündel freundlicher Nachrufe zugeschickt, die anläßlich meines überstürzten Hintritts da und dort erschienen waren. Auch ein nicht mehr zum Druck befördertes Manuskript war darunter, das mir der Verfasser, obwohl es eine verfehlte Anstrengung gewesen war, netterweise nicht vorenthalten wollte.
Es ist, man mag sagen was man will, ein einzigartiges Vergnügen, sich vor dem Schlafengehen in seinen eigenen Nekrolog zu vertiefen und gehört sicherlich zu den feinsten Genugtuungen reiferer Jahre. Hat man doch gar nicht gewußt, daß man eine so gewichtige, raumfüllende Persönlichkeit gewesen ist, wie sich jetzt in umflorten Worten kummervoll herausstellt. Fast hat man den Eindruck, daß man einen höheren Rang unter billig Denkenden besaß, als man selbst bei Lebzeiten sich hätte träumen lassen, und daß er einem jetzt endlich zuerkannt wird. Was freilich auch wieder nur eine schmeichelhafte Selbsttäuschung ist. Ableben verschönt. Sogar die erbittertsten Feinde
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