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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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hrfeigen, daß er

nein, Millionen

t, und viele gin­ken, daß nun für rreiches zu Ende eben dem Lager einem Befreier gab ja doch nur sterben. Und da ächelt.

Buchhalter Beer ch eine Zigarette fte mir ein Stob ni bin ich gerade

nktag muß ich als Herr Beer: ,, Was?

siert mich. Wann

ern!" Ich war ver on SS- Posten und mir gar nicht vor

mir! Dieser Tag te ungläubig de zu reden.

er wieder zu mir rigen Söhnehens Ich war momen

alaß dachte. Nach Worten zum zwan hatte, sagte er

seinem Sohne: Also, Loisi, jetzt komm du mit deinem Glückwunsch!"

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Loisi, ein aufgeweckter, lieber Bub, machte vor dem Kazetler einen ordentlichen Knix und sagte mir mit leuch­tenden Kinderaugen Worte, die ich schon lange Jahre nie mehr gehört hatte. Ich war tief ergriffen. So etwas in Dachau ! Doch es kam noch besser. Herr Pfarrer", sprach der Buchhalter ,,, und nun lade ich Sie zu einem feierlichen Mittagessen in meine Wohnung ein. Meine Tochter( Herr Beer war Witwer) wäre sehr gekränkt, wenn Sie nicht kommen würden!" ,, Unmöglich", pro­testierte ich. ,, Aber, Herr Beer, so bedenken Sie doch, welcher Gefahr Sie sich da aussetzen! Es ist jedem Zivil­angestellten der SS unter Strafe verboten, mit Häftlingen außerdienstliche Gespräche zu führen. Am allerschärfsten untersagt aber ist es, einen Häftling eine Privatwohnung betreten zu lassen. Sie werden von der SS ohnehin schon beargwöhnt, weil Sie mit uns Kazetlern zu freundlich umgehen. Ich danke Ihnen also für die liebe Einladung, die mich riesig freut, aber ich werde nicht kommen. Ich will Sie nicht auch noch ins Lager bringen."

,, Na, das wäre das Schönste, wenn Sie ablehnen wür­den. Nur keine Angst und kümmern Sie sich nicht um diese Gesellschaft! Ich habe alles ganz genau organisiert. Sie nehmen die Schlüssel zum Magazin im zweiten Stock der Fabrik! Dorthin haben Sie dienstlich Zutritt. Neben diesem Magazin mündet eine Dachbodenstiege aus mei­ner Wohnung. Auf dieser Treppe können Sie ganz un­gesehen und heimlich in meine Wohnung gelangen. Im übrigen habe ich Vorsorge getroffen, daß Sie sofort avisiert werden, wenn Sie jemand von der SS benötigt. In diesem Falle kommen Sie mit einem Bündel Druck­sorten unter dem Arm ruhig in die Fabrik hinunter, und niemand wird Sie fragen, wo Sie gewesen seien."

Da gab ich nach. Eine halbe Stunde später saß ich in der einfachen, aber schmucken Wohnung des Herrn Buch­halters, der die Fenstervorhänge zugezogen hatte, weil ja

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