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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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versetzte er dem Armen noch ein paar Ohrfeigen, daß er taumelte.

Ja, es gab für ungezählte Tausende, nein, Millionen von Kazetlern einen Weg in die Freiheit, und viele gin­gen ihn mit dem einen erlösenden Gedanken, daß nun für sie das verruchte Gewaltregime des Hitlerreiches zu Ende sei. Auch ich hatte Zeiten, wo ich dem neben dem Lager ragenden Schlot des Krematoriums wie einem Befreier fast sehnsuchtsvolle Blicke zuwarf. Es gab ja doch nur ein Dilemma: Verräter werden oder sterben. Und da haben viele dem Tode als Freund zugelächelt.--

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Jubelfeier im Kazet

Im Monat Mai 1944 kam einmal Herr Buchhalter Beer zu meinem Arbeitstisch und zündete sich eine Zigarette an. Im Laufe des Gespräches entschlüpfte mir ein Stoß­seufzer: ,, Denken Sie, Herr Beer, im Juni bin ich gerade zwanzig Jahre Geistlicher. Diesen Gedenktag muß ich als Kazetler begehen." Eifrig fragte Herr Beer: ,, Was? Zwanzig Jahre Geistlicher! Das interessiert mich. Wann haben Sie Ihren Weihetag?"

,, Am 29. Juni."

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,, Sehr gut, diesen Tag werden wir feiern!" Ich war ver­blüfft: ,, Feiern, hier im Betrieb, der von SS- Posten und Wachhunden umstellt ist?- Kann ich mir gar nicht vor­stellen."

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,, Herr Arthofer, das überlassen Sie mir! Dieser Tag wird unbedingt gefeiert." Ich schüttelte ungläubig den Kopf und begann von anderen Dingen zu reden.

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Am 29. Juni vormittags kam Herr Beer wieder zu mir, diesmal in Begleitung seines zehnjährigen Söhnchens. Feierlich traten die beiden auf mich zu. Ich war momen­tan verblüfft, weil ich nicht an den Anlaß dachte. Nach­dem mir der Vater in sehr herzlichen Worten zum zwan­zigjährigen Priesterjubiläum gratuliert hatte, sagte er zu

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