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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Wie oft warf uns diese Protuberanz österreichischer Gemütlichkeit beim allerschlechtesten Wetter fünfzig bis hundert Paare ,, schlecht geputzter" Lagerschuhe durch das Fenster in den Kot der Lagerstraße, alle durch­einander und übereinander, und freute sich dann könig­lich, wenn wir barfuß und verzweifelt im Schmutz nach unseren Schuhen suchten. Er lehnte mit einer Zigarette am Fenster und sah sich wonnegrunzend die heil­lose Verwirrung an. Ich weiß nicht, was er von Zivil­beruf war, Bildung zeigte er jedenfalls grundsätzlich keine. Fast täglich war ich Zeuge, wie er unbeholfene, kränkliche, ältere Geistliche von meinem Block in empö­render Gehässigkeit ohrfeigte und mißhandelte und dann immer nachhinein sadistisch und zufrieden lächelte. Nicht der Ohrfeigen, sondern seines Lächelns wegen habe ich diesen Edelknaben hier namentlich verewigt und hoffe, daß er mir nicht hiefür Mangel an christlicher Nächsten­liebe vorwirft. Blockälteste Fritz Becher, Ro­

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Erinnerungen!

schlagen, ich es oft ganz

Blockältesten

Schließlich meradschaftlic SS abgesetzt ugeteilt. Auc wurde er nac SS namentlich urteilten öffer und entschied Dann sin

bert Gehrke. Gott sei Dank, nur mehr Erinnerungen und keine Reali­täten mehr für uns Überlebende. In schweren Träumen höchstens werden sie vielleicht noch manchmal schemen­haft vor uns hintreten. Auch Stubenältester Richard, der auf unseren Nerven herumgetrampelt ist, wird niemals mehr mit uns brüllen, keinen mehr ohrfeigen; ihre ,, Größe" ist aus, ihre Schmach unsterblich. Sie waren keine Kameraden, sondern feige Schergen eines Henker­regimes, nur bedacht auf ihre Position".

Daneben steht ein anderer Name: Karl Frei. Sein Ruhm lebt in tausend dankerfüllten Kazetlerherzen weiter. Er war auch einige Zeit Blockältester bei uns, und wir haben ihn( trotz gegensätzlicher Weltanschauung) nicht nur ge­achtet, sondern als echten Kameraden geliebt.

zu ihm. Ruhig antw bensuchkomm

man kein F. nicht mehr B lesen sollte, Block 26 auf

Gegen End

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Schon etwa zehn Jahre im Lager, ein großer, statt­licher Mann, energisch, ohne jede Dienerei nach oben, gegen jeden Kameraden hilfsbereit bis zum äußersten. Niemals hat er einen Leidensgenossen denunziert oder ge­

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