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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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zu und geht. Wir sahen sie niemals wieder. Vermutlich hat ihr die Lagerleitung einen Riegel vorgeschoben, denn dieser liebenswürdige Ton war ja doch gegen die Grund­regel des Kazets. Wenn auch nachher manche humorvolle Bemerkung fiel, wir haben ihr doch keine schlechte Er­innerung bewahrt. Zur Freiheit hat sie keinem mehr ver­holfen, aber zu Weihnachten 1942 erhielt jeder von uns einige Stück Lebkuchen von ihr zugestellt. Was sie als blinde Anbeterin des Führers gesündigt hat und wie heute ihr Los ist, wissen wir nicht. Gerechterweise müssen wir anerkennen: Sie hat uns im Elend ein Herz gezeigt, in dem die frauliche Güte noch nicht erstorben war.

Das Blockpersonal

Die Ordnung in den Kazets war so organisiert, daß

ten vor ,,, Alsdan die Häftlinge ihre Blocks unter der Oberaufsicht von

kriagt, daß i Eu SS - Blockführern durch Block- und Stubenälteste mehr it sein und vern oder weniger selbst verwalteten. Letztere gehörten durch

nöt wahr?"

ihre gehobene Stellung" zur Brahmanenkaste, vergaßen

leider sehr oft die Pflichten der Kameradschaft, begannen

werd euch jetzt die ihrem Befehl unterstellten Mitgefangenen häufig zu Comm i am Heilschikanieren, auszubeuten, ja oft ärger zu mißhandeln, als

a jeda von euch a

die SS es tat, und zeigten mitunter eine tragikomische

Bäckerei, I.hab Würde und Eitelkeit gegenüber der großen Menge gänz­

lich rechtloser Parias. Da war zum Beispiel auf meinem

gerführer: ,, So, R Block durch Monate ein Stubenältester aus Wien ( ich die andern Stub glaube, er hieß Rohner oder so ähnlich. Jedenfalls eine

!"

Wortzusammensetzung mit roh), der eine grausame

und wir stehen Nero- Natur hatte. Ich schämte mich immer, wenn erwähnt der Türe noch schaften eines Tyrannen in sich: launenhaft, reizbar,

vurde, er sei ein Österreicher. Er vereinte wohl alle Eigen­

pfiat euch G

sadistisch, faul und borniert. Das soll keine Ehrenbeleidi­gung sein, aber es wäre eine Sünde gegen die Gerechtig­

erzlich mit der Hkeit, wenn ihm kein Denkmal gesetzt würde.

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