Druckschrift 
Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen

ahren war die bevölkerung von Dachau gegen dieses übermütige Spiel

t, weil sie nicht

dort flog einem enig glänzte, da

em Becher noch

um Abendessen

wir uns schon

99

der SS mit ihren Opfern protestiert hatte.

In den letzten Jahren hatte die SS nicht mehr genügend viele Zebramonturen für die immer größer werdende Armee der Kazetler und gestattete deswegen allen, die nicht in Außenkommanden arbeiteten, das Tragen von Lagerzivil". Es waren dies Kleider von verstorbenen Ka­zetlern. Soviel ich hörte, wurden solche ,, abgelegte" Klei­der in Unmengen aus Auschwitz importiert. Nun mußten einigung" ange- aber alle diese Kleider vor Ausfolgung an Häftlinge zu­mit guten Kame erst richtig adaptiert werden. Die Hosen erhielten Strei­en, in den Staub fen aus roter Farbe, den Winkel" und die aufgenähte en", die Decken Nummer. Die Röcke und Mäntel wurden am Rücken auf­rücken, die geschnitten und häßlich entstellt, um ein ,, Verschieben" Waschraum auf aus dem Lager an Zivilpersonen unmöglich zu machen; astloser Unruhe dann wurde jedem auf den Rücken ein Kreuz aus ver­rende SS konsta schiedenfarbigen Stoffresten genäht und mit roter ölfarbe en sei. Im Lager möglichst groß und grell die beiden Buchstaben K und L ebaut, wie wohl gemalt. Die SS übersetzte diese Abkürzung mit ,, Konzen­

trationslager", wir hingegen mit ,, Kein Lump". Außer­

en lassen, Dabei dem wurden in den letzten Jahren an Stelle der früheren er kalten Jahres Zebramützen die seltsamsten Kopfbedeckungen ausgeteilt: Lager nicht auf Alte Filzhüte in den verschiedensten Formen, französische, Hand zu tragen russische, norwegische, italienische Militärmützen, selbst­

block und jeder andere Block ebenso machten den Ein­

elten, z. B. beim verfertigte Phantasiekopfbedeckungen, Unser Priester­es gestattet, eine druck eines wilden Fastnachtszuges. Oftmals sagten wir

dauerte glück zueinander: ,, Wenn uns doch so unsere Lieben in der

igenartige Haar entlich nicht mehr mit der Maschine

Heimat sehen könnten!" Hätten sie gelacht?

Eines Tages kam Lagerführer Redwitz wieder einmal

urück bis in den mit seinem obligaten Räuschchen, um den großen Abend­

lassen, Wir nann

appell zu beaufsichtigen. Es war im Herbst 1944. Er pen­

sahen wir dann delte, mit sich selbst sprechend, dann wieder einmal in Mode wurde aber preußischer Mundart mit einem Kazetler schreiend, vor weil die Zivil der langen Front der 30.000,, räudigen Hunde" auf und

6*

83