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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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gt, jemals den er freundlichen und feindselige

ersten Jahren diese Normen

8 unserem Ge­Denn Himmler , micht.

s hat wohl nie­ja doch nur ein

ins Gedächtnis eingeprägt, weil ich Kosal als einen Heiligen in Erinnerung behalten will.

Bei diesem Strafexerzieren sprang Münderlein, während wir fortwährend auf seine Pfeifkommandos auf dem stei­nigen Weg ,, Auf und Nieder" machten, auf unseren Rücken herum und schlug die Säumigen mit einer derben Latte. Wie oft mußten die polnischen Kameraden unter dem Blockältesten Fritz Becher, der in meinen Träumen nur als wilder Büffel auferscheint, nicht stundenlang, son­dern ganze Tage hindurch strafexerzieren, bis viele von ihnen gestorben waren!

Der reichsdeutsche Pfarrer Bettendorf, besonders be­liebter Blockkamerad, nicht mehr jung, wurde deswegen, weil er im Winter einen zweiten Pullover trug, nur einer war erlaubt, und den Spender des zweiten nicht verraten wollte, zu ,, Fünfundzwanzig" verurteilt( fünfundzwanzig Doppelhiebe mit dem Ochsenziemer auf das Gesäß des auf den ,, Bock" gefesselten Häftlings, verabreicht von zwei gleichzeitig schlagenden sadistischen SS- Männern). Er wurde bei dieser Prozedur so schwer verletzt, daß er hernach wochenlang liegen und ihm aus der eitrig gewor­denen Wunde eine Fleischpartie entfernt werden mußte. Er sagte mir, daß er besonders bei Witterungswechsel immer noch große Schmerzen verspüre. Die furchtbare Narbe habe ich selbst gesehen.

aus können wir menstellen: e, Strafstehen, bot des Paket­und zur Straf­Straflager oder Aufhängen am sselten Händen, uns kurz als beiden Arten l mit dem Tode beliebtesten. nen, hier mög­Szenen zu fin­n viel berichtet ehrten Kazetler. hier die pol­Einmal machte noch blutunter­ser Münderlein,

ante, einen pol­t zu Boden; den el Kosal brüllte

ich nieder!" Ich und für immer

Sehr oft wurden die ,, Fünfundzwanzig" nach dem Abendappell vor dem ganzen angetretenen Lager öffent­lich gleich an eine Reihe armer Sünder verabreicht. Die SS, die sich darüber offenbar immer sehr erheiterte, nannte diesen Vorgang Auszahlung". Hofmann hatte hier einen besonders ,, hochstehenden" Einfall. Während sich die Mißhandelten in ihren Schmerzen hilflos wanden, ließ er neben dem ,, Bock" die Lagermusikkapelle in ihrer Zebrauniform antreten und zur Exekution ihrer Kamera­den flotte Militärmärsche spielen. Hernach mußten die Geschlagenen, oft noch mit einer Spottaufschrift in den Händen( ,, Ich bin schon wieder da" oder anderen Sätzen),

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