Druckschrift 
Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen

gefunden, die

icht um poli­cht ihrer Ab­

en einen ver­

e einen ganz, sie die Knie Wie konnte en Land, der war, den Rö­

einen Mann htlich an sich die einen das nen Sinn für riechen, sonst

nichts gegen den tgegen nis für Volks­Vorwurf der gering achten.

hreibt Paulus

Losung, die saufleuchtet. rdnung über­and Bekenner­

s von Christo Jude und für en sein Cha­de in Zweifel

ulus war ein er Krankheit

r Welt hatte,

m. Und doch

spricht er sein Bekenntnis stolz und ungerührt, nicht aus eigener Kraft und Erkenntnis heraus, sondern weil Gottes heiliger Geist ihm Herz und Lippen gerührt hat. Nur wenn wir sein Wort aus dieser Zeit heraus hören und verstehen, können wir den ganzen Glaubenstrotz und Lebenstrost ver­stehen, der dahinter steht.

Wenn wir heute zurückschauen, dann wissen wir, daß nur einer recht behalten hat: nicht die Klugen und nicht die Mächtigen, sondern der Paulus, der den einen ein Tor und den anderen ein Ärgernis war. Wir lächeln vielleicht heute über die Menschen, die damals anmaßend von einem ewigen Rom sprachen, und die ihre Kraft in einem einigen Rom sahen. Aber damals beherrschten sie die Stunde und die Straße, und wer bei Paulus stand, der mußte sich sagen las­sen, daß er ein Schwärmer oder ein Schwindler, ein Phan­tast oder ein Verräter sei. Wenn wir nun rückschauend heute die Worte des Paulus lesen, dann sind sie uns nicht nur eine schöne Erkenntnis und große Gedanken, auf die wir ehr­furchtsvoll zurückblicken, sondern das Wort ist uns ein Got­teswort, das heute gilt wie es damals gegolten hat, und wie es zu allen Zeiten gelten wird. Die Lage, in der ein Paulus sich befand, kommt immer wieder, und sein Wort bleibt zu allen Zeiten wahr, weil es Gottes Wort ist. Es war nicht nur einmal in der Welt so, daß die Mächtigen höhnten und die Weisen lachten, das wird immer so bleiben. Es wird immer nur eine kleine Schar dastehen, die aus der Geschichte nichts lernen und die Gegenwart nicht begreifen will so sagen es zu allen Zeiten Juden und Griechen, sondern die das Unverständliche für den Sinn des Lebens, die die Schwach­heit für die Kraft und den Widerstreit für den Frieden hal­ten. Diese kleine Schar, die immer eine kleine Schar bleibt, und über die man immer meint zur Tagesordnung über­

12

177