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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Noch stehen wir von ferne und warten. Ach, daß wir wirklich warteten! Nicht in einer weltschmerzlichen Müdig­keit, in einem Verzagen an der Welt und in einer Hoff­nungslosigkeit, daß unser Leben je noch einmal lohnend werden könnte, bloß warteten auf das Ende; sondern daß wir doch warteten wirklich auf den ,, lieben jüngsten Tag", den Gott uns bereit hält und an welchem unsre Erde zur Hütte Gottes geworden sein wird!

Dann wird unser Wandern auch durch die Mühen und Ängste, durch das Leiden und durch das Sterben auf dieser Erde, auch durch unsre Mühsal und Last hier im Lager, da wird auch das bittere Stehenmüssen an geliebten Gräbern und das noch bitterere Denken an irgendwo auf der Erde geschehende ferne Vernichtung geliebter Menschen dennoch getrost geschehen. Einmal werden wir nicht mehr von ferne stehen, nach einem fernen Sehnsuchtsland ausschauen und dumpf warten, wie man in der Fiebernacht wartet auf den Morgen. Einmal wird der Morgen da sein, und der Tag wird anbrechen, der jüngste Tag und ,, wir werden bei dem Herrn sein allezeit!" ,, Es spricht, der solches bezeugt: , Ja, ich komme bald!' Amen, ja, komm, Herr Jesu!" Amen.

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