LEO ROTH O.P.
VON DER GEWISSHEIT UM GOTT
( Der Verfasser wurde von Laien- Häftlingen des Dachauer Konzentrationslagers um religiös- philosophische Aussprachen ersucht. Die Teilnehmer des Zirkels waren meist sog. Atheisten, aber voll Interesse für die religiöse Frage. Die Aussprachen fanden geheim statt, und zwar zur Nacht auf Block 25 des Lagers. Die hier wiedergegebene Ansprache fand daselbst statt in der Nacht vom 4. zum 5. Juli 1944.)
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Ihr fragt mich, wie der Mensch Gewißheit von Wirklichkeit Gottes haben könne. Eure Frage ist berechtigt. Denn wir stellen eine sonderbare Tatsache fest: Es gibt Menschen, die sind Gottes ganz gewiß, und es gibt Menschen, die sind Gottes ganz ungewiß. Die einen sind gottfroh und stoßen, wie sie sagen, überall auf Gott ; die anderen sind gott- leer und begegnen Gott nirgendwo, wie sie sagen. Die einen sehen in Gott eine außer- und übermenschliche Wirklichkeit; die anderen sehen in Gott eine Schöpfung der menschlichen Einbildungskraft ohne Wirklichkeit. So ergibt sich ganz von selbst die Frage: Wie kann der Mensch der Wirklichkeit Gottes gewiß werden? Ich möchte darauf mit folgenden Überlegungen antworten:
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1. Ich weiß, daß manche von euch nicht an die Wirklichkeit Gottes glauben. Diese möchte ich zum Mitdenken einladen, indem ich sage: Angenommen, es gibt einen Gott jenseits des Menschen, nur einmal bloß angenommen welche Möglichkeit besteht dann für diesen Gott, sich dem Menschen als Wirklichkeit gewiß zu machen? Es besteht da nur eine Möglichkeit: Dieser Gott kann an den Menschen nur auf dem Weg über die menschliche Psychologie herantreten. Selbst wenn Gott wirklich ist, kann er nur mittels des menschlichen Denkvermögens erkannt und nur mittels
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