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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Jünger auf dem Wege nach Emmaus sagten: ,, Wir hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag!"

Der dritte Tag! Der Tag des Weinens! Er würde für uns alle gewesen sein, wie er für Esau war: Wir würden keinen Raum zur Buße finden, wiewohl wir ihn mit Tränen suchten. Tief erschüttert sieht Paulus in diese Möglichkeit hinein. ,, Wenn Christus nicht auferstanden wäre"

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zu den Korinthern ,, wäre unsere Predigt vergeblich, wäre auch euer Glaube vergeblich!" Das ganze Leben würde vergeblich sein: ohne Sinn, ohne Zweck..

Konnten die Jünger von sich aus etwas anderes erwarten? Jedenfalls wußten sie, daß mit ihrem Herrn ihre letzte Hoffnung, ihre letzte Möglichkeit gestorben war. Judas hat den dritten Tag nicht tragen können, aber wie würde es dem Petrus und den anderen gegangen sein, wenn Christus nicht auferstanden wäre?

Was das Leben ohne den auferstandenen, lebendigen Christus wäre, zeigt uns die weinende Maria am Oster­morgen. ,, Sie stand vor dem Grabe und weinte draußen."

Der dritte Tag war für sie die letzte Möglichkeit den Herrn zu sehen, ihre besten Gaben dem Herrn zu geben. Sie kommt zum Grabe mit ihren Spezereien, aber auch mit der Totalität ihres ganzen liebenden, hoffenden, glaubenden Lebens für den toten Herrn. Und dann ist das Grab leer, die letzte Möglichkeit verschwunden. Maria kommt zu spät. Schreckliche Entdeckung des dritten Tages! Wir kommen zu spät!

Wie hat Maria den Herrn geliebt! Er hat sie befreit aus der Macht der Dämonen. Sie folgte Ihm nach bis auf Gol­gatha. Ihre Liebe treibt sie zum Grabe und läßt sich durch den Tod nicht abschrecken. Ihre Liebe ringt um den Herrn.

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