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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Ihre Liebe, stärker als der Tod. Und doch Liebe, vom Tode beherrscht. Liebe, die nur mit einem toten Herrn rechnet. Liebe, die nur weiß: der Herr ist im Grabe!

Liebe, die eigentlich nur treue Dienerin des Todes ist. Kann unsere Liebe von uns aus anderes als tote Liebe sein? Unser Leben ist von der Krippe bis zum Grabe ein fort­währendes Sterben. Wir können die Liebe loben als das Höchste und Schönste auf Erden freilich ist sie das-; aber wie grausam ist die Entdeckung des dritten Tages: sie kommt zu spät. Sie kann nur da sein, um vom Tode ge­fressen zu werden. Das leere Grab gähnt ihr entgegen. Und deshalb steht Maria beim Grabe und weint.

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Ach wir armen liebenden und hoffenden Menschen! Wir ergreifen den letzten Strohhalm, um nicht zu ertrinken. Was hoffte Maria noch, nachdem ihr Herr gestorben war! Sie möchte Ihm so gerne noch einmal ihre Liebe erweisen. In dieser Hoffnung eilt sie am frühen Morgen zum Grabe, Ihn noch einmal zu sehen, sich Ihm noch einmal ganz zu wid­men. Hoffnung schafft Leben. Wie sie sich beeilt. Aber die Hoffnung Marias findet den Tod. Sie kommt zu spät! Das Grab ist leer. Die Hoffnung verflogen. So geht es unseren Hoffnungen. Die Menschen leben und hoffen. Selbst hier, mitten im Totenreich Dachau . Ist es wirklich Leben? Am Ostermorgen kommt die schreckliche Entlassung! Nein, unsere menschliche Hoffnung auch diese erhabene, daß Jesus der Erlöser Israels sein würde ist tot. Wir hoffen wie Maria vergebens.

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Aber vielleicht kann der Glaube Leben schaffen, wo Liebe und Hoffnung den Tod finden... Maria hatte Glauben. Glauben an den Herrn. Sie hat ihr Los in seine Hände ge­stellt. Er, der sie vom Teufel rettete, verbürgt die Wirklich­keit ihres erlösten Lebens. Aber auch der Glaube kommt zu

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