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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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Eigenmächtigkeiten und Selbstherrlichkeiten, über unser törichtes Verlangen und unser sündiges Gesetz, Herr auch über unser Herz, einer, der uns richten wird: der Gott, der seinen Sohn am Kreuze hat sterben lassen und aus dem Grabe auferweckt hat, daß er über Tote und Lebendige Herr sei.

Das sagt die Schrift. Sie sagt: Das Unerhörte ist ge­schehen, daß Gott seinen Sohn vom Tode auferweckt hat. Christ ist erstanden! Und weiter sagt die Schrift: dem leben wir, und dem sterben wir! Es ist der große, katastrophale Irrtum, in dem die Weisheit der Welt befangen ist, daß der Mensch sich selber lebe und sich selber sterbe, daß er Leben oder Tod auf irgendeine Weise selbst in der Hand habe und darüber verfüge, und daß er daher sein Leben ohne Verant­wortung führen dürfe und sein Sterben ohne Furcht erleiden könne. Jesus hat einmal zu seinen Jüngern gesprochen: ,, Ich sage euch aber, meinen Freunden: fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun kön­nen. Ich will euch aber zeigen, vor welchem ihr euch fürchten sollt. Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, zu werfen in die Hölle; ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch!"

Es ist da nämlich etwas in unserem Leben, was wir mit keiner Weisheit und Kunst und keiner Philosophie aus ihm wegzubringen vermögen. Das ist unsere Sünde. Paulus nennt die Sünde einmal den ,, Stachel des Todes". Es ist nämlich nicht bloß so, daß wir alle früher oder später eben einmal sterben müssen, und daß wir uns gut darüber beruhigen können, weil das doch nun einmal der Lauf der Welt ist und das Schicksal aller Kreatur. Sondern es ist so, daß wir, wenn nicht etwas ganz Großes, etwas Unerhörtes geschieht, unversöhnt sterben müssen. Unsere Sünde ist der Stachel, die

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