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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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K. WALTER

OSTERPREDIGT

gehalten am Ostersonntag 1945, zwei Tage vor der Entlassung aus dem Lager

Römer 14, v. 7-9

,, Unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei."

Liebe Ostergemeinde!

Nun haben wir vorhin wieder wie an jedem Ostertage von dem leeren Grabe vor den Toren Jerusalems und von dem auferstandenen Christus gehört. Aber es ist die Frage, die sich an Ostern jedesmal aufs neue erhebt, ob denn jene Kunde, gar oft gehört, uns auch wieder schier unerhörte Kunde geworden ist, so unerhört wie den Frauen am leeren Grabe, die sich mitten zwischen Freude und Entsetzen ge­worfen fanden, also daß ,, sie flohen von dem Grabe mit Furcht und großer Freude"; die Frage ist, ob denn jene Kunde, gar oft von uns gesagt, uns auch wieder schier un­sagbare Kunde geworden ist, so unsagbar wie denselben Frauen, von denen es in einem anderen Evangelium heißt: ,, Sie sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich", so un­sagbar, wie dem Jünger Johannes bis in späte Zeit hinein die Kunde von seinem Heiland immer geblieben ist, von dem er nur stammeln konnte, wenn er von ihm reden wollte, stammeln, stottern, wie einer, der über weite Strecken gelaufen kommt, um nun in voller Atemlosigkeit und in grenzenlosem Staunen das Unerhörte und schier Unsagbare zu verkünden: ,, Das da von Anfang war, das wir gehört

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