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Das aufgebrochene Tor : Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau / Vorwort und Herausgeber: Martin Niemöller
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der Herr ist, dem wir im gehorsamen Glauben gehorchen sol­len. Hat jemand ein paar Seiten der Schrift gelesen und das da aus ihr nicht gehört?! Wenn er wirklich vernehmen wollte, was sie ihm sagen will. Denn das ist auch der Glaube: die Schrift nicht nur so von ungefähr ernst nehmen oder sie sogar meistern wollen, sondern sich von ihr sagen lassen, wie die Dinge sind. Wo wir uns dieser Umwertung aller Werte wirklich unterwerfen und Gott wirklich an der ersten Stelle verehren, da ist Glaube und da ist Hoffnung für die unglückliche Welt.

Wir benützen so oft das Wort ,, wirklich". Aber es ist eben so: theoretisch wollen wir es so meinen, aber ob wir es so wirklich meinen, das ist die Frage. Aber auch theore­tisch tut vieles noch not, denn auch da nehmen wir es mei­stens nicht mit dem Gott- ist- der- Herr ganz ernst. Erst vor einem solchen Gott, der wirklich der Herr ist, hat eine Rechtfertigung überhaupt Sinn. Nicht ein Gott in der Ge­schichte, nicht das Göttliche in dem Menschen, sondern Gott der Herr mit seinem überweltlichen( transzendentalen) Ge­setz erst da hat Liebe und Rechtfertigung einen Sinn. Und erst da ist die Hoffnung, daß die Anarchie dieser Welt ein Ende findet.

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Denn wie auch die Obrigkeit mit ihrer Gewalt, der Staat, ein notwendiges Ding ist, um der Anarchie und der Ungerechtigkeit eine Grenze zu setzen, so gibt es in der Welt keine Gewalt so groß, die die Welt vor dem Verfall, vor der Anarchie retten könnte, wo es an der geistlichen Kraft, an dem Respekt fehlt, die erst der Gewalt den Sinn, den Ernst, die Autorität geben. Ohne diese geistliche Kraft und diesen Respekt wird keine Polizei, keine Gendarmerie, keine militärische Macht das Böse in den Schranken halten können. Der Staat als Diener der Gerechtigkeit, ja

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