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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Über ein Jahr hatte Vellberg im Jourhaus die Dienste eines Kammerdieners zu versehen. Auf diese Weise hatte er wie wenige Häftlinge nähere Einblicke in verschiedene Einzelheiten bekommen. Vor allem sah er die 44- Angehöri­gen gewissermaßen privat. Er hörte und sah auch manches und vieles, was den anderen verborgen blieb.

Von Hause aus waren diese, sich als Herren gebärdenden 44- Männer meist recht arme Würstchen. Mit der Zeit aber hatten sie sich alles zusammengestohlen, was sie zu der Lebensart brauchten, die sie führten. So konnte Vellberg in der Wohnung des Hauptscharführers Welter erleben, wie diese vollständig neu eingerichtet wurde. Diesem Bei­spiele folgten 44- Lagerführer Trenkle und Redwitz. Zum Hausputz wurde jeweils eine Anzahl Häftlinge abkomman­diert. Trotz strengen Verbotes der höchsten 44- Stelle wur­den in den Wirtschaftsbetrieben des Lagers die Möbel an­gefertigt. Hierzu fühlten sich die Genannten berechtigt, weil die höhere 44- Führung ihnen mit bestem Beispiel voran­ging. Die Fliegergeschädigten im Reiche konnten weder Stuhl noch Bett auftreiben, während für diese Bestien die schönsten Polstermöbel in den verschiedensten Modefarben mit passenden Stühlen angefertigt wurden. Doch auch

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