drohte. Der Rücken brannte, die Haut platzte. Bei den weiteren Schlägen auf die offenen Stellen war der Getroffene von Sinnen! Viele wurden völlig besinnungslos. AnschlieBend mußte der Mißhandelte noch zwanzig Kniebeugen machen, damit, wie diese Ungeheuer sich auszudrücken beliebten, die ,, Hautfalten" ausgebügelt wurden.
Selbstverständlich mußte der Häftling am nächsten Morgen zur Arbeit. Bei besonders schweren Fällen versuchten die Häftlinge, den Geschlagenen auszutauschen und einen anderen mit der Nummer des Häftlings zur Arbeit zu schicken. Das war selbstverständlich mit einer erneuten Strafbedrohung für beide Teile verbunden, doch war, wie schon bemerkt, die Kameradschaft unter den Zebraisten ungewöhnlich groß. Im Jahre 1943 hatte sich die Lagerführung einen ganz gemeinen Trick ausgedacht. Sie ging dazu über, die Blockältesten zum Schlagen der Bestraften aufzufordern. Einige lehnten es glatt ab und wurden demzufolge in ein Strafkommando gesteckt. Andere markierten die Schläge, um sich nicht offen zu widersetzen. Auch sie bekamen den Lohn für diese kameradschaftliche Handlung. Nur wenige führten den Befehl aus, teilweise aus Angst, teilweise, auch das muß leider niedergeschrieben werden, um sich ein gutes Verhältnis mit der 44 zu schaffen. Diese Exekution am Freitagabend dauerte oft über Stunden. Erst nach Vollzug aller Strafen wurde in die Blöcke abgerückt. Oft war es inzwischen 10 Uhr abends geworden. Jetzt erst wurde das Abendessen, die fettlose, dünne Suppe ausgegeben. Nach oft zehnstündiger schwerster Arbeit war es nach dem langen Stehen und dem Aufrütteln des gesamten Innern allein durch den An
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