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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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drohte. Der Rücken brannte, die Haut platzte. Bei den wei­teren Schlägen auf die offenen Stellen war der Getroffene von Sinnen! Viele wurden völlig besinnungslos. Anschlie­Bend mußte der Mißhandelte noch zwanzig Kniebeugen machen, damit, wie diese Ungeheuer sich auszudrücken beliebten, die ,, Hautfalten" ausgebügelt wurden.

Selbstverständlich mußte der Häftling am nächsten Mor­gen zur Arbeit. Bei besonders schweren Fällen versuchten die Häftlinge, den Geschlagenen auszutauschen und einen anderen mit der Nummer des Häftlings zur Arbeit zu schicken. Das war selbstverständlich mit einer erneuten Strafbedrohung für beide Teile verbunden, doch war, wie schon bemerkt, die Kameradschaft unter den Zebraisten ungewöhnlich groß. Im Jahre 1943 hatte sich die Lagerführung einen ganz ge­meinen Trick ausgedacht. Sie ging dazu über, die Block­ältesten zum Schlagen der Bestraften aufzufordern. Einige lehnten es glatt ab und wurden demzufolge in ein Straf­kommando gesteckt. Andere markierten die Schläge, um sich nicht offen zu widersetzen. Auch sie bekamen den Lohn für diese kameradschaftliche Handlung. Nur wenige führten den Befehl aus, teilweise aus Angst, teilweise, auch das muß leider niedergeschrieben werden, um sich ein gutes Ver­hältnis mit der 44 zu schaffen. Diese Exekution am Freitag­abend dauerte oft über Stunden. Erst nach Vollzug aller Strafen wurde in die Blöcke abgerückt. Oft war es inzwischen 10 Uhr abends geworden. Jetzt erst wurde das Abendessen, die fettlose, dünne Suppe ausgegeben. Nach oft zehnstündi­ger schwerster Arbeit war es nach dem langen Stehen und dem Aufrütteln des gesamten Innern allein durch den An­

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