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Henker und Heilige : eine Erzählung aus unseren Tagen / Paul Kowollik
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stehen, der er mit dem ersten Lagerführer fleißig zusprach. Sie mochten keinen Wein, den sie als fade Limonade für Säuglinge bezeichneten, und genießerisch schlürften die zwei den grünlich schillernden Gin. Da Katt als ein Frauenhasser galt, verliefen die von ihm inszenierten Abende immer ohne Damen. Bei den Häftlingen hieß es, daß der Kom­mandant ein Hunderfünfundfiebziger sei und daß er für seine Zwecke sich aus den frisch eingelieferten Häftlinge hübsche Knaben aussuchte, die dann kurze Zeit später als ,, auf der Flucht erschossen" in die Kartei des Lagers eingetragen wurden. Das wußten auch die zum Abend geladenen Offiziere, die sich aber hüteten, ihre Gedanken in Worte zu kleiden,

Der Gin begann trotz des opulenten Mahles seine Wirkung zu tun, und Katt hatte ein glühendrotes Gesicht, in dem die grauen Augen zu glänzen begannen.

,, Untersturmführer Hartmann", kreischte er ,,, sorgen Sie dafür, daß der Stoff nicht ausgeht und wir genügend zum Saufen haben!"

Dann zog er seine Pistole aus der Tasche, worauf seine Gäste das Gleiche taten und die Schußwaffen entsicherten. In einer Ecke des Saales waren Schießscheiben aufgestellt, auf die nun Katt eine wilde Knallerei eröffnete. Die Scheiben waren aber keine der üblichen Ring­scheiben, sondern Pappfiguren, die Christus, Moses und Abraham dar­stellten. Die Mosesfigur hatte eine große, gebogene Nase, auf dem Rücken einen Geldsack, auf der Brust leuchtete ein sechszackiger Stern. Sie erhielt die meisten Treffer und war von den Pistolenkugeln als­bald zerfetzt. Auf dem Parkettboden lagen bereits einige hundert verschossene Patronenhülsen, als Katt seinen Gästen eine neue Attraktion bot.

In wenigen Minuten war ein Teil des Kasinosaales in eine Theater­bühne verwandelt, und herein spazierten zehn als katholische Geist­liche verkleidete, in priesterliche Gewänder eingehüllte Gestalten. Ihr Anführer war als Bischof mit Mitra und Krummstab aufgeputzt. Im Lautsprecher ertönte nun ein Marsch, und im Takte dieser Musik be­gannnen diese ,, Geistlichen" auf der Bühne sich unzüchtig zu gebärden. Ein dröhnendes Gelächter war der Beifall.

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